Donnerstag, 28. Januar 2010

Hühnchen oder Fisch?





Ganz lecker, besonders, wenn vor den Scheiben ein Schneesturm tanzt: Maishähnchen im Ofen mit Kartoffelspalten gleich dazu und Fenchel-Kokosgemüse. Yummy. Julia Child wäre (bei wärmerem Wetter) ganz aus dem Häuschen gewesen. Wir haben eine Woche Zuhauseurlaub, (fast) nur wir drei, und viele Bücher, Stoffe, Küchenkram und Kroppzeug. Das ist eine wunderbare Methode, um das neue Jahr auszubalancieren, Pläne zu schmieden und so richtig Schwung zu nehmen, für alles, was so kommen wird. Nicht nur abwarten, an den entscheidenden Punkten aktiv beeinflussen, das ist eine Taktik, die sich gut anfühlt.
Auch gut fühlen sich die Stoffe für die vielen kleinen Schuppen von meinem Schlittschuhfahrerfisch an. Ich muss mich mit dem Zusammennähen beeilen, es taut schon wieder, aber die Fische fahren nur im Winter Schlittschuh.





Wahrscheinlich müssen die meisten heute arbeiten, können nicht ausschlafen und haben keine Zeit, einen neuen Roman zu beginnen. Ich wünsche euch aber etwas: einen Marshmallow im Kakao, ein Grünfinkzwinkern und etwas, das glitzert im Staub. * * *

Mittwoch, 27. Januar 2010

Grateful for ...



Das Licht ist zurück. Hier im Dorf, auf den Feldern, Weidekoppeln und Waldspitzen, in Pferdemähnen und Schafspelzen. Selbst in der Stadt habe ich es gefunden, es hat die Autofahrer geärgert und Eis geleckt.
Ich bin dankbar für diese Sonne, die noch nicht wärmt, aber leuchtet und die Luft klärt. Ganz sicher musste sie erst von meinem Damenbesuch aus den Wolken geschmissen werden. Ein bisschen an den Haaren gezogen und mit Sommertüll unterm Wintermantel provoziert und auch die allertrotzigste Sonne kann nicht länger schmollen und muss lächeln.




Vielleicht hat die Sonne vergessen, wie alle Dinge zurücklächeln in ihrem Licht. Und das Atmen geht leichter, in den Zehenspitzen steckt ein Tänzchen. Und du, Frost, kannst mich mal.





Light up, light up
As if you have a choice
Even if you cannot hear my voice
I'll be right beside you dear.

Sonntag, 24. Januar 2010

Boston Cream



Vor dem Fenster im Körbchen liegen und schmökern - das ist erst nach diesem Wochenende wieder drin. Gestern und Heute gab es im ganzen Haus keine ruhige Ecke. Meine Auswanderer samt der halben Familie sind die letzten Stunden bis zum Abflug bei uns und wir müssen Abschied nehmen. Mit Eisrodeln, Kuchen, Stricken, Elefanten- und Battireiten, einem Cappucciono für die sonst jeden Kaffee verweigernde Hjortron, vier Kindern die sich liebevoll umsorgen, zusammen kochen, Knöpfe fädeln, malen - nur bei der Mundharmonika gibt es Gezeter. Mini Blondie beobachtet manchmal die anderen drei, dann wieder scheint sie alle um sich herum zu vergessen und sitzt malend und singend auf dem Boden. Hjortron hat es sogar noch geschafft, mit meiner Nähmaschine auf Tuchfühlung zu gehen und sich einen Krimskramsbeutel für den Flug genäht. Themengetreu essen wir Dunkin Donuts in der Neu England Edition: mit Boston Cream und Maple Glaze. Ach ach.



Donnerstag, 21. Januar 2010

Grummelgriesgrau



Ich neige dazu, es immer wieder zu vergessen: Es sind die kleinen Dinge, die durch den Tag retten. Ein Frühstücksmuffin der nach Limette und England schmeckt, eine Viertelstunde länger Zeit zum Wachwerden, ein lieber Anruf, Fenchel, Möhren, Kokosmilch und Curry, ein sich vor Lachen ausschüttender Mini Blondie, Neuschnee, eine Geschichte zum Hineinflüchten, wenn die Tage gerade zu dicht an die zähen Wolken stoßen und es drückt.







Jeden Donnerstag kommt unsere Gemüsekiste. Es ist nicht nur bequem, die Sachen ins Haus gefahren zu bekommen, es ist wie ein Geschenk, jede Woche wieder. Ich weiß nicht, was drin sein wird, nur, dass es BIO und saisonal ist. Ab und an ist auch ein Schreckgespenst mit drin, wie zum Beispiel die Schwarzwurzeln von letzter Woche. Nicht tiefer ergründbare Kindheitserinnerungen lassen da die Alarmglocken läuten - aber die Herausforderung nehme ich an. Irgendetwas Leckeres wird sich daraus zaubern lassen. Am Ende viel Käse und Sweet Chillisauce drüber, passt.
Viel mehr als die Schwarzwurzeln fordert mich dieser Rest Januar heraus, mit drohendem Februar im Schlepptau. Es ist viel zu kalt, um lange mit Mini Blondie rauszugehen und hier drinnen fällt uns langsam nichts mehr ein gegen das Grummelgriesgrau. Ja, ich Herbstmensch sehne den Frühling herbei. Und bis dahin - was sind eure Geheimwaffen und Glücklichmacher für alle unter einem Meter?

Sonntag, 17. Januar 2010

Beben

Ich sehe aus dem Fenster, wie die Flocken wachsen und überkreuz zu Boden gehen. Nur die nimmersatten Amseln haben sich nicht verkrochen und streiten um die Sonnenblumenkerne. Grünfink, Rotkehlchen, Meisen - nicht zu sehen. So still und friedlich ist es hier. So weiß und ordentlich. Ich kann mir kaum vorstellen, wie in Haiti das ganze Gegenteil herrscht und Tausende Tod und Schrecken im Nacken haben, in den Augen gespiegelt, einfach nur umringt von Grauen.
Und ich will es mir eben doch vorstellen und nicht wegsehen, weil es gerade so bequem auf meinem Sofa ist. Es ist nicht wahr, dass wir nichts tun können. Wenn alle etwas helfen, gerade das, was sie am Besten können, das was übrig ist und nur purer Luxus wäre, dann ist so viel geholfen.
Ich bin so froh, dass so viele Crafter ihre Kontakte nutzen, um daran zu erinnern, dass wir füreinander verantwortlich sind, dass das, was wir haben, nicht uns allein gehört.
Mich bewegt, was Soulemama schreibt, die im letzten Jahr durch Mama to Mama so eng verbunden war gerade mit Haiti. Es gibt so viele Wege, zu helfen. Egal was, wichtig ist, dass sich jeder ein Herz fasst und betet, anpackt, etwas tut, etwas gibt.
Mein liebes Fröken Skicklig hat einige wunderbare Puppen mit Wärmflaschen in ihren Shop gesetzt, von denen ein Teil des Erlöses an Ärzte ohne Grenzen geht. Ich glaube, dass macht auf zwei Seiten zufrieden. Oder sogar auf drei. Vor allem wird geholfen, und wie könnte das schöner gehen, als mit der Arbeit, die man mit Leidenschaft tut. Und der, der sich eine Puppe aussucht, weiß, dass sie für einen guten Sinn gekauft ist. Da bekommt die Puppe noch einmal einen ganz anderen Wert. Das finde ich ganz wunderbar.

Das Hilfsteam des Kathastrophenhilfswerks meiner Kirche, ADRA, ist Freitag in Haiti angekommen. Auf der Webseite gibt es aktuelle Meldungen. Das Krankenhaus von ADRA in Port au Prince wurde nur leicht beschädigt, trotzdem gehen die Medikamente längst aus und alle warten dringend auf Hilfe. Wer etwas abgeben möchte, kann online Geld spenden mittels Spendenformular. Alles zählt.

Samstag, 16. Januar 2010

...



Eine besondere Woche liegt hinter unserer kleinen Familie ... Aufregende Zeiten für unseren Batti und ein Tagesausflug nach Köln. Spät, aber gut gelandet und mit Sushi(!) kam er wieder heim und am nächsten Morgen gab es für jeden eine kleine Tüte zum auspacken. Einen großen Bären für mich und einen kleinen für den Mini Blondie. Ich habe eine Schwäche für solche matching gifts und Batti versteht es besonders gut, mich damit zu überraschen. Es darf nicht kitschig sein, aber herzig, und dafür hat er die richtige Nase. Ein bisschen wehmütig denke ich an mein Weihnachtsgeschenk 2007: Ein Shirt für mich und ein Body (Größe 62, snif) für das Baby, beide verziert mit der chemischen Formel von Koffein. Batti, du rockst.
In den Body muss mein Mädchen gerade gepasst haben, als ich einen ersten Mini Quilt versucht habe. Danach eine kleine Decke aus Kleidungsstücken von uns dreien. In New Hampshire hatte ich mich mit Bio-Bambus-Batting eingedeckt und vor Wochen einen neuen Quilt in Angriff genommen. Die Stoffe sollten ihre kleinen Matratzen ergänzen. Halb gesteppt lag die Decke im studio und ich war frustriert über die schiefen Nähte. Aber was solls, wenn ein Quilt durchweg schief ist, ist es am Ende auch nett anzusehen.





Ein kleines Kissen kam noch dazu, das Kinderzimmer braucht unbedingt ein paar mehr Punkte.



Und das liegt jetzt auf meinem Arbeitstisch. Das Tea Party Sundress von Oliver+S. Im Sommer habe ich das Bubble Dress genäht, aber es passt schon jetzt nicht mehr.
Im Garten schneit es wieder, Feinstaubschnee. Snow Patrol spielt für mich und der Wind singt durchs Ofenrohr von Sibirien. Wusstet ihr, dass die Fische jetzt, wo die Wasser gefrieren, unter der Eisdecke kopfüber Schlittschuh fahren?

Donnerstag, 14. Januar 2010

Auf Wolke 9



Was für ein verheißungsvolles Päckchen steckte da vor ein paar Tagen im Briefkasten! Mein Giveaway-Gettome von Soulemama. Zuckersüße Stoffe von Cloud9, ganz weich und rundum organic. Ich habe mich so gefreut. Die Stoffe passen so gut zusammen, ich möchte sie gar nicht für verschiedene Projekte auseinander reißen. Am besten, ich ordere noch einige dazu, und dann wird daraus ein neuer Quilt? Mal sehen. Erstmal lasse ich das Bündel eine Weile auf dem Zuschneidetisch sitzen und freue mich, dass ich etwas gewonnen habe.



Mini Blondie hatte heute anscheinend auch ihren Crafting Tag. Ganz emsig hat sie gebügelt und gemessen und nicht mit Lob für die Mami gespart, wie bima die auch bügeln kann. Und ehe wir beide uns versahen, hatten wir den ganzen Nachmittag im studio verbracht. Mit Teatime-Picknick auf dem Boden und Kekse eintunken, heimlich noch einmal die erzgebirgschen Weihnachtsschallplatten hören, bügeln, zuschneiden, vermessen und immer wieder mussten die Matratzen der Püppi neu sortiert werden. Ich kann dabei ziemlich gut an meinen Projekten weitermachen, nur dürfen die Augen im Hinterkopf nicht fehlen, wenn Mini Blondie die Füße von der Puppe auch im heißen Tee baden will (Hat so kalte Füße.). Und wusstet ihr, dass man mit dem Maßband telefonieren kann (aber nur mit Opa), wenn man beide Enden in die Ohren steckt?


Mittwoch, 13. Januar 2010

Übersee

Es waren zwei Königskinder,
die hatten einander so lieb.
Sie konnten zusammen nicht kommen,
das Wasser war viel zu tief ...



Wenn Hjortron und ich ein bisschen Crafttogether erstehlen wollen, geht das am Besten mit Scraps, Bauklötzern, norwegischen Crackern und Schnullern zum Hin und Her tauschen für die beiden Minis.
Wir haben zwar nicht wirklich genäht, aber Hjortron hat meine Maschine gründlich ausprobiert und abgesegnet. Whew.
Leider weilen die beiden jetzt schon in Mecklenburg, und bald trennt die kleinen Königskinder wirklich wieder das große, tiefe Wasser. Can´t hide a big snif.
Mini Blondie hat ihre eigene Methode, den Entzug zu verarbeiten. Das Kind mit Riesenpflaster auf der Backe, ein Foto beim Kinderarzt gestern, wurde einfach mal als J. abgestempelt. Und auch sonst redet sie öfter mal von ihm und ruft empört: Nein J.! J. hat Aua. J. hat Pullermann. Und Bellybutton. Oops. Aber so ganz rosarot ist es nun auch wieder nicht. Mini Blondie ist ein bisschen erleichtert, dass niemand mehr in ihren Puppenwagen springt oder ihre Küchenordnung durcheinander bringt.

Montag, 11. Januar 2010

Abgeschminkt









Der Baum ist weg! Mama puttemacht war Mini Blondies Schlussfolgerung, als er am Morgen nicht mehr in der Stube stand. Nur noch ein Häufchen Elend aus Lichterkette und Nadeln blieben übrig, und eine verräterische Spur durch den Schnee im Garten. Was passiert nun mit unserem Prachtstück? Ich habe erst jetzt erfahren, dass die Elefanten im Zoo natürlich nur frische, unverkaufte Bäume bekommen und nicht die alten. Das Abschmücken war ein wenig sentimental - aber Mini Blondie hat mich aufgemuntert und die Sachen einfach wieder zurück an den Baum gehängt. Oder an den Schaukelelch - wenn das nicht nachweihnachtliches Klingeling ist. Ab und zu muss ich auch noch O Tannebaum zum Einschlafen singen und die Zutaten für den Mandelstollen liegen alle unverbacken im Schrank. Den backe ich noch und dann hat es sich ausgeweihnachtet!

Freitag, 8. Januar 2010

Anderes Licht







Ich wusste es! Mini Blondie mag den Schnee doch. Aber sie macht es auf ihre Art, das Anfreunden und Herantasten. Bis zum Schnee verkosten ist sie schon gekommen, einmal vorsichtig lecken. (Aber das muss nicht unbedingt was heißen, heute hat sie den Scheinwerfer von Hjortrons abfahrbereitem Auto angeleckt. Einfach so.)
Typisch mein Mädchen. Lässt sich gar nicht vorgeben, wie mit Schnee umgegangen wird. Schneebälle werfen, Schlitten fahren - nix da, das ist ihr nichts. Aber As und Bs in den Schnee schreiben, mit den Füßen Nasen in die Schneedecken drücken, auf der verschneiten Straße vorsichtig rennen und über die Hühner lachen, die bis zum Hals eingeschneit sind ... das gefällt Mini Blondie so richtig gut.
Ich mag, wie der Schnee so über alle Maßen in die Landschaft eingreift und sie verändert. Alles sieht ganz anders aus. Wenn ich gewohnte Straßen langfahre und kurz mit den Gedanken woanders bin, denke ich plötzlich: Hier war ich noch nie. Und das Licht ist bahnbrechend, wenn die Sonne scheint, trotzdem noch klar, wenn der Himmel eintrübt und in der Nacht schimmert es orange, als hätte die Schneedecke Sonnenlicht eingespeichert, dort oben, wo sie sich zuletzt gesehen haben.

Dienstag, 5. Januar 2010

More Goodies and Bliss



Hereinspaziert in Mini Blondies kleine Küche. Für kleine und manch große Leute ist es das Paradies. Jeden Tag werden Eier, Toasts, Möhren und Lollis gebraten. Mit der Grillzange wird das Holzfood artgerecht angefasst und alle paar Tage erfolgt gründliche Wässerung der Küche durch meine fleißige Köchin, bei der alles himmelit schmeckt.
Ich freu mich, dass sie sich doch noch überreden ließ, die Küchenschürze zu tragen, gegen die sie anfangs so wütend protestiert hat. Das war das letzte Nähstück vor Weihnachten, was unter meiner Maschine durchgeflitzt ist. Etwas groß, aber (sträflich) nicht vorgewaschen, daher müsste es nach dem ersten Waschen sitzen.



Die drei Japanischen habe ich mir selbst zum Geschenk gemacht, hab es nicht länger ausgehalten, sie nicht dicht bei mir zu haben. Sie sind so gut, ich sollte ihnen ein eigenes Regal anbauen und für die eisigen Nächte jetzt kleine Kissen und Decken und vielleicht sogar Ohrenwärmer nähen.
Das zuckersüße Strickmäntelchen im 50er Jahre Stil hat meine kleine Schwester für Mini Blondie gestrickt und ich bin sehr stolz auf sie, die Jacke passt perfekt. Beide Schwestern müssen langsam kriminelle Energie aufkommen lassen, damit es am Ende auch passt! Mini Blondie lässt sich nämlich nicht mehr heimlich vermessen oder gar zu einer vor mir verborgenen Anprobe überreden. Diesmal wurde ein Shirt von Mini Blondie vor Wochen aus dem Schrank gemaust und - nun ja, ich habe es gar nicht bemerkt.



Die schnuckelige Tasche kam von Frollein Anna und der Uhu von Hjortron. Es ist so schön, handgemachte Dinge zu bekommen und ich freue mich, dass meine Kleine schon damit aufwächst und das wertschätzen lernt. Und damit bin ich noch immer nicht am Ende meiner Dinge. Einmal gibt es noch mehr zu sehen und dann wird es auch Zeit, Weihnachten mit allem Drum und Dran einzupacken, auch hier bei Kaffiknopf.



Nicht alle Weihnachtsgeschenke haben es rechtzeitig vor Heilig Abend in die Post geschafft ... ein paar warten hier noch auf meinem Schneidetisch und sind mir wohlgesonnen, solange ich sie nicht in Osterpapier einwickele.





Bäumchen, Würfel und Nadelkissen ... davon habe ich im Dezember eine richtige Ladung genäht. Es waren die idealen Projekte für späte Abendstunden. Jetzt schwanke ich noch hin und her zwischen großen Plänen und Kreativitätswinterschlaf. Aber ich weiß, wie ich das wieder einpegeln kann: Erdnussgirlanden (mit Schale) auffädeln und für die Meisen in die Apfelbäume hängen. Das hilft bestimmt.

Sonntag, 3. Januar 2010

Wie man eine Tradition startet ... oder: Erster Teil meiner Goodies



Mini Blondie steht mit dem bald meterhohen Schnee hier draußen auf Kriegsfuss, singt aber immer noch Happy Birthday to you für sich selbst, auch vier Tage nach ihrem großen Tag. Well, so I sing along with her. Diesem süßen Stimmchen kann ich nicht widerstehen. Wer ihr eine Freude machen will, bringt ihr ein neues Lied bei. Gestern Abend im Bett hat sie versucht, ganz hoch zu singen.
Kleiner Höhepunkt für mich war an ihrem Geburtstag die Birthday Crown nach der Idee von Soulemama. Die Birthday Cake Mütze würde zwar noch passen, aber da hätte ich noch eine Kerze dranstricken müssen und eigentlich wollte ich ja mit der Krone eine neue Tradition beginnen. Auch wenn es komisch ist, eine Tradition vorsätzlich zu starten. Meist bemerkt man erst nach ein paar Jahren, dass sich da etwas eingeschlichen hat und nicht mehr wegzudenken ist. Also habe ich die Krone genäht und mit elastischem Ribbon versehen, dass sie die nächsten Jahre noch passt. Nun, der Erfolg wird sich wohl auch erst mit der Zeit einstellen. Mini Blondie war nicht gerade angetan, eine Krone auf dem Kopf zu tragen, auch wenn sie sie mir zu Liebe ab und zu (aber auch nur verkehrt herum) aufgesetzt hat. Für ein Bild mit ihr und Krone hat es nicht gereicht - vielleicht gelingt es nächstes Jahr. Jetzt wird sie mit der Weihnachtsdekoration erst einmal gut verpackt bis zum nächsten Advent.



Alles andere als weggepackt werden diese Schmuckstücke - und das ist erst der Anfang. I got blissed! Gleich beide Schwestern haben für Mini Blondie wunderschöne Sachen gestrickt - Wolle von Debbie Bliss. Mit Uhus! Kostbarkeiten, die Mini Blondie zwar noch nicht zu schätzen weiß, außer dass sie sich immer ganz genau merken kann, von wem sie was gestrickt bekommen hat ... aber ich hoffe, eines Tages, wenn sie ein großes Mädchen ist, wird sie diese kleinen Jäckchen aus Seidenpapier auswickeln, darüberstreichen und viele, viele Erinnerungen an ihre Tanten damit verbinden. Vielleicht hat die eine ihr bis dahin längst das Stricken beigebracht und die andere das Programmieren und das Quichebacken ... vielleicht teilt sie mit ihnen den ersten Liebeskummer. Wer weiß. Alles noch so weit weg - und gar nicht mehr lange hin. Abends, wenn Mini Blondie schon ein paar Stunden schläft und ich den Tag aufgeräumt habe, die Nähmaschine ein Weilchen mit mir getanzt hat oder erledigt ist, was eben so ansteht, würd ich sie gern schon wieder wecken. Dann kann ich den Morgen kaum erwarten und freue mich auf ihre überschäumende gute Laune, den Quatsch, den sie macht um uns zum Lachen zu bringen. Und ich bin so dankbar für die Zeit, die ich mit ihr habe. Ja, ich würde gern auch mal wieder einen halben Tag nur für mich haben, öfter mal etwas zu Ende machen und nicht unzählige Male den Faden ablegen und irgendwann wieder suchen ... aber ich weiß, dass ich mich in wenigen Jahren so zurücksehen werde zu dieser kostbaren, zauberhaften Zeit, in der ich noch einmal neu das Leben kennenlerne. Das ist allen Verzicht und alle Einschränkung wert. Auch wenn ich es manchmal für einen Augenblick vergesse. Mit ihrem kleinen Gesicht ganz dicht vor meinem und ihren Armen, die mich fest umschlingen, bringt sie es mir ganz sanft wieder in Erinnerung. Und hey, Sushiessen können wir schon wunderbar zusammen machen.




Dieser Schal lag für mich unterm Weihnachtsbaum - ich habe mich sofort in ihn verliebt, auch wenn die holde Strickerin denkt, ich trüge ihn nur aus Pflichtbewusstsein. Never! Er hat sich schon als hervorragender Schutz bei Schneeballatacken erwiesen, aber jetzt muss ich bisschen vorsichtiger sein. Der Schal ist Handwäsche!
Der Stoffberg, ein Überraschungspaket Tildastoffe, Quadrate von Frau Tulpe, Weihnachts- und Pünktchenstoffe, waren auch für mich. Oh ich liebe meine Freunde, nicht nur, aber auch, weil sie mir Stoffe schenken. Diese habe ich sogar schon vorbildlich gewaschen, jetzt hocken sie auf dem Bügelbrett und warten mit mir auf eine angenehme Bügelgesellschaft. Mir ist, als würde sie morgen gegen Mittag eintreffen ...
Außerdem steht morgen ein lange ersehnter Besuch von Dr. Schmerzfrei samt Familie an. Ich bin gespannt, ob Mini Blondie mitdoktern wird oder für ihre kleinen Gäste eine Runde Eibrot aus der Pfanne schmeißt. Wir sehen uns morgen ... es ist spät geworden.
Welche Traditionen habt ihr, vielleicht ganz unbemerkt, gestartet?

Freitag, 1. Januar 2010

Happy New Year



Schön, die Stille jetzt im Haus nach einem Rodeltag mit Tiefschneekameraden.Schön, und wehmütig, wenn Schwestern nach zwanzig Jahren wieder miteinander Schlitten fahren und nichts scheint sich verändert zu haben - nur dass wir ulkige Figuren abgeben mit den langen Beinen. Aber die roten Wangen und Bommelmützen gleichen das wieder aus. Schön, das dick eingepackte Mädchen, wie es sich an ihren Batti schmiegt und einschläft. Schön, wie sich alle auf die Reste der Leckereien gefreut haben und nichts war zuviel. Schön, der Unterschied, den ein Kerzenlicht macht. Schön, dieselbe Welle auf der wir heute treiben. Schöne Aussichten auf ein neues, ganz unbeschadetes Jahr.



Allen ein gesegnetes, vergnügtes, manchmal vor sich hinhüpfendes Jahr 2010.
Schön, dass ihr bei Kaffiknopf vorbei schaut ...

Donnerstag, 31. Dezember 2009

Komm, sitz mit mir ...



... auf einen letzten Becher Kaffee. Altes, ausgedientes Jahr. Sag die Wahrheit. Bist du auch so froh wie ich, dass du gehen musst. Und niemals wiederkehrst, nicht du, nur Schatten und Bilder, nur die klaren Töne. Schau ins Feuer und sag nichts mehr. Nur vergiss nichts, wenn du aufbrichst. Schlag nicht an der Wand ab, wenn du zielsicher über den Rand der Mitternacht kippst. Ich weine dir nicht hinterher. Kaum bist du weg, hat Neuschnee deine letzten Spuren verweht.
Hinter dem Winterbaum lugt schon ein Frühlingsgesicht für Sekunden hervor und steckt die Zunge raus. Wenn der Wind Schnee um die Apfelbäume pustet, träumen sie in ihrem Halbschlaf von Blütenregen und nackten Füßen auf der Wiese.
Ein wenig erleichtert bin ich, dass der ganze Trubel langsam abebbt und ganz normale Tage folgen. Oh das Leben hört ja nicht auf. Aufregende Kaffiknopfblognews sind immer noch im Anmarsch, noch viel aufregendere Besucher stehen auf dem Plan und Mini Blondie ist immer noch sehr zurückhaltend im Schnee ... wir werden uns den ganzen Januar kleine und große Schneengel üben.

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