Mittwoch, 30. Dezember 2009

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Foto von Sebastian Frindt

Einen Tag vor Silvester, kurz nach Weihnachten, mitten in den Raunächten liegt mein Lieblingstag. Mini Blondies Geburtstag! Zwei Jahre ist sie, mein Sonntagskind, mein kleines Frühstücksei. Dass sie in diesen stillen Tagen zwischen den Jahren geboren wurde, spiegelt sich in ihrem Wesen wider. Wenn es ihr gut geht, dann ist sie ausgeglichen und vergnügt und eine helle Freude. Immer noch hält sie die Leute mit ihren Augen fest und durchdringt sie, wehe dem, der etwas verbergen will, sie findet es. Sie ist so eigensinnig und stur wie ich, sie hat Battis süßes Lächeln und seinen Clown in den Grübchen. Sie ist großzügig und fürsorglich. Kleine Puppenmutti, Küchenmädchen, Raupe "Himmerlat". Sie liebt alles was mit Büchern, Stiften, Farben, Buchstaben zu tun hat und kann wohl schon mehr als zehn Lieder singen. Dann sitzt sie, die Beine lang, das Liederbuch auf dem Schoß und singt und singt. Ich bin so dankbar, dass ich mit ihr leben darf, ihr zu Hause gestalten darf und die Welt durch sie mit anderen Augen sehen kann.

Auch wenn der Geburtstag - bis auf die Leckereien! - diesmal so gar nicht geplant war, ist es ein wunderschöner Tag geworden. Das erste Geschenk kam überraschend und war so riesig, es hat im Leben nicht ins Haus gepasst. Weit übers Land war es verteilt, über die Erde ausgerollt, um Äste und Stäucher geschmiegt, vom Himmel gefallen: Schnee! Richtig viel Schnee. Die geliebten Tanten kamen zu Besuch und Familie S. mit Lilli und Elise. Dann wurden alle Schlitten aneinander gebunden, selbst die Großen sind gerodelt, das habe ich schon ewig nicht mehr gemacht, ich konnte mich nicht mehr an das Gefühl erinnern! Wie gut, dass es Kinder gibt, ohne sie würden wir alle erwachsen werden und allen Übermut und alles Juchtzen verlernen.
Der Kindernaschteller war voll mit allem, was Mini Blondie (und offensichtlich die Großen auch) liebt, der Carrot Cake mit Physalis geschmückt, die Pizzabrötchen waren die perfekte Krönung für einen herrlichen Tag. Das Rezept muss ich unbedingt mal hier mit euch teilen.
Mini Blondie hat dieses Jahr schon ganz genau gewusst, dass es IHR Geburtstag ist, und wir haben sie gefeiert. Mein Lieblingsmoment war, als wir alle an den Händen im Kreis um sie herum getanzt sind und Mini Blondie gesagt haben, was wir an ihr gern haben. Erst wollte sie auch eine Hand zum Greifen haben und hat gar nicht verstanden, warum sie allein in der Mitte steht, und dann hat sie gestrahlt und "mehr" gerufen. Fast immer ist es ein Mamiglück, wenn das Kindchen nach "mehr" ruft. You know what I mean. Was das neue Lebensjahr wohl bringt ... Wir werden sehen. Ich weiß jetzt, welchen Anblick ich noch viel lieber mag, als die dick verschneite, unberührte Landschaft: Den Schnee im Garten durchkreuzt und zerlaufen von hundert Kinderfüßen, Schneeballstaub und Schlittenspuren.

Dienstag, 29. Dezember 2009

lost





Und auf einmal waren gestern alle weg - und haben Weihnachten mitgenommen. So schnell wie die Tage kamen, waren sie vergangen und nun sitze ich mit Mini Blondie unter dem Christbaum, der sich so anstrengt wie ich, etwas vom Glanz festzuhalten. Ist das so, wenn gewohnte Riten gebrochen werden und neue Traditionen sich nach und nach entfalten?
Ich möchte gern weiter das Haus voll haben und trotzdem dazwischen meinen Platz mit Zeit für mich finden. Familie ist schon ein ulkiges Unterfangen. Jeder hat seinen Tagesrhythmus und auf einmal wirft man sich für drei Tage zusammen - wohl denen, die es mit Humor nehmen.
Vor allem will ich es nehmen, wie es ist und nicht ungelesenen Büchern, nicht gestrickten Reihen, nicht gelaufenen Meilen hinterher trauern und darüber die Zeit dieser Tage zwischen beiden Jahren versäumen. Die Woche zwischen Weihnachten und Neujahr ist so still und zart wie keine sonst im Jahr, aufgespannt wie eine Brücke in die Zukunft. Es gibt nur den einen Weg weiter. Schnee wird kommen und die Zeit ein wenig zum Stillstand bringen.

Freitag, 25. Dezember 2009

In der Weihnachtsstube



Die Stunde, bevor alle kamen, die Lieder in der Kirche, das Kerzenanzünden, Mini Blondies Freude über den geschmückten Baum, das köstliche Essen und all die sorgsam ausgesuchten Päckchen und Überraschungen ... vertraut von jahrelangen Traditionen und neu, das Kind dass sich an meine Schulter lehnt und mit den Augen von einem zum anderen wandert ... und very exciting news was den Kaffiknopfblog betrifft. Das waren meine Heilig Abend Highlights. Und eure?
Very merry christmas days to all of you.





Mittwoch, 23. Dezember 2009

Einmal werden wir noch wach ...



... und dann ist wirklich schon Heilig Abend? Oooh, dieser Dezember hatte nur gefühlte fünf Tage. Für mich könnte es jetzt noch zwei Wochen ruhig laufen, mit Zeit für Spaziergänge, Teestunden und Stelldichein mit den Freunden, die auch alle wie ich in die Weihnachtsstressversenkung entschwunden sind. Vor lauter Vorbereitungen kehrt der Advent gar nicht richtig ein. Ich hätte gern mehr vor dem Fenster gesessen und die Meisen beobachtet, wie sie sich alle auf dem Apfelbaum anordnen, als wären sie die neuen Winterfrüchte. Ich hätte gern mehr Stille in mich aufgesogen, den Draht nach Oben heißer sein lassen. Aber jetzt ist er da, der Tag vor Heilig Abend. Dank des Hausvaters Überlebensstrategie ist die weihnachtliche Hausfrau vor mehreren Freakouts pro Tag verschont geblieben. Alle Vorbereitungen, die so ein Haus (!) braucht, wenn die Großfamilie im Anmarsch ist, wurden schön abgearbeitet und abgehakt. Stick to the plan! Vor allem, wenn mir ständig noch neue Ideen kommen, was ich für wen schnell eben nähen könnte, was noch gebacken werden müsste, wo unsäglich dringend geputzt werden sollte ...



Mein Winterwald als Lösung für schnell gemachte Geschenke gefällt mir so gut, ich kann mich kaum davon trennen und die Tannen auseinander reißen. Aber ich dachte, es wäre doch nett wenn alle dieses Jahr kleine Bäumchen bekommen. Und ich war gar nicht die einzige mit der Idee. Soulemama und Maya made haben auch wunderschöne Tannen genäht.



Wenn diese rätselhafte, immer unzuverlässige Natur der Weihnachtsstimmung bei mir auch nur langsam eintrudelt (der Oreo-Cappucino könnte dafür hilfreich sein), mein Mini Blondie hat sie eindeutig schon abbekommen. Sie ist diese Woche so fröhlich und vergnügt ... und oh, wenn sie nur wüsste, was morgen für sie unter dem Christbaum stehen wird. Ich kann es kaum erwarten, ihr Gesicht zu sehen.
Gestern haben wir Plätzchen gebacken, was harte Arbeit war. Wir mussten den Teig in kleine Stücke schneiden und mit den Händen anwärmen, bevor er sich ausrollen ließ. Aber Mini Blondie ist eine großartige Bäckersfrau. Erstmal werden Bauch, Hände und Wangen mit Mehl bestäubt. Die Puppenarme müssen auch eingemehlt werden. Dann kann das Ausstechen losgehen.



Wenn es nach ihr ginge, würde so das Backen aussehen: Einfach alles reichlich mit Mehl bestreuen. Oh ja, ich kann mich erinnern, das war der größte Spaß. Zum Glück sind doch einige Blecke Plätzchen herausgekommen. Aber wir müssen wohl Mäuse haben - heute sind kaum noch welche da.
Jetzt sind die Geräusche der Geschäftigkeit vom Tag verklungen, auch kein Lachen und Spielen mehr, nur Stille, Vorfreude und der Wind, der im Ofen säuselt. Ob er noch einmal Schnee bringt? Es wäre so schön. Das letzte Weihnachten mit Schnee ... da muss ich noch ein Kind gewesen sein.
Jetzt werde ich ganz allein den Baum schmücken, einen Chai trinken, die Geschenke einpacken ... und dann bleibt die Weihnachtsstube bis morgen Nachmittag abgeschlossen.



Dann müssen es sich eben morgen erstmal alle in der Küche gemütlich machen.

Donnerstag, 17. Dezember 2009

Kleines Mädchen

Deine Augen sind wie helle Fenster bei Nacht, kleines Mädchen.
Noch niemand hat sie dir trüb oder finster gemacht, kleines Mädchen.
Den Apfelbaum nennst du Herbert. Und Herbert redet mit dir. Und manchmal steckst du ihm in die Rinde ne Nachricht aus Papier. Da steht zum Beispiel geschrieben: Mein Freund heißt Daniel Röhn. Oder: Ich will nicht, dass Opa stirbt. Oder: Der Tag war schön.
...
Gerhard Schöne




Aufregende Vorweihnachtstage sind das für meinen Mini Blondie. Hjortron mit J.-H. und Gatte verbringen ihre ersten deutschen Tage bei uns, zugleich nächtigt die Muckla auch eine Weile hier und Mini Blondie ist schwer beschäftigt, ihr Spielzeug vor J.-H. zu bewahren oder genügend Kekse abzubekommen. Hingerissen zwischen Fürsorge und Alles-meins!, gar nicht so leicht für das kleine Mädchen. Dazu zwei Nachmittage mit den beiden kessen Cousinchen, der reinste Kindertrubel. Oh, ich merke schon, mein Kindchen kommt nach mir und braucht auch ihre gepflegte Dosis Alleinsein. Als heute die Mamis ausgeflogen, und J.-H. mit samt Papa zum Mittagsschlaf verschwunden waren, hat ein vergnügt singendes Mädchen sich die Küche zu eigen gemacht und gebügelt.

Mittwoch, 16. Dezember 2009

And the winner is ...



Oh, wir sind ganz aus dem Häuschen - über die Landung der drei Landflüchtigen - und über den Gewinner des Kaffiknopf Giveaways. Nach großer Flugverspätung und Jetlag steht er nun fest. Hjortron war unsere Glücksfee und hat ausgelost.



Das Dalarnapferd macht sich auch gleich auf den Weg, damit es bei diesem Schneetreiben auch noch rechtzeitig ankommt. Es hat schon so große weiße Punkte, hoffentlich wird es unterwegs nicht ganz eingeschneit.



And now, we proudly present the lucky winner: Juliane von Fröken Skicklig. Hurra, hurra! Da ist das Dalarna ja fast in seiner Heimat gelandet.

Schade, dass ich nicht für jeden, der mitgespielt hat, ein Pferdchen habe. Jedenfalls nicht aus Stoff ... ich backe eine Ladung Trostpreisdalarnakekse - Abholung morgen, und dann bauen wir einen Schneemann.

Sonntag, 13. Dezember 2009

Kleine Hausgeschichten



Diese Schmuckstückchen sind Teil der Ausstellung von Kathrin Ollroge, die gerade in der Zitrus Galerie in Potsdam zu bewundern ist. Auf em Potsdamer Weihnachtsmarkt haben wir den Stand mit diesen Puppenstubenmöbelbildern entdeckt und konnten uns gar nicht entscheiden. Und was für eine schöne Idee, solche Fotos zu machen. Ich träume schon von den Zeiten, wo Mini Blondie mit einer Puppenstube spielt.

Vorhin haben wir die dritte Kerze angezündet. Der Adventskranz duftet gerade noch etwas nach Tannengrün. Es wird Zeit, den Weihnachtsbaum zu kaufen. Das ist bei uns Hausvateraufgabe. Eben jener hat heimlich alle Pfefferkuchen augegessen, als wir in Mecklenburg waren. Ein Grund mehr, heute Plätzchenteig anzurühren. Ich werde dieses Rezept probieren, was inchmark auch so hoch gelobt hat. (By the way, dort gibt es gerade etwas zu gewinnen.)

Gestern bin ich vor Glück fast geplatzt. Erst hat es in dicken Flocken geschneit, und dann habe ich auf Soulemamas Seite nachgesehen, wer denn das zauberhafte Giveaway von Cloud9 gewonnen hat ...
It was me! Again! Ich habe beinahe ein schlechtes Gewissen, dass ich schon zum zweiten Mal ein Giveaway bei ihr gewonnen habe. Aber um so mehr freue ich mich, wenn morgen Hjortron mit ihren zwei Männeln wohlbehalten hier landet und den Gewinner vom Dalarnapferd auslost.



Genießt diesen dritten Advent, lasst euch vom Frost küssen, rennt um die Wette, schlagt Zimtsahne auf den Kakao und denkt an die, die frieren.

Mittwoch, 9. Dezember 2009

E(A)inohrwürfel





Würfel nähen ist so ein Spaß! Und so simple. Ich glaube, ich mache weiter bis zum Z. Obwohl, Mini Blondie liebt eigentlich nur die As und die Bs, in allen Texten, die uns so über den Weg laufen. Da konnten die Tanten das Schulalter nicht erwarten - und nun kann Mini Blondie am Computer schon fast ihren Namen schreiben. Wahrscheinlich wird sie in ihrer Zuckertüte (in vier Jahren!) ein Mac Book erwarten, oh my.
Aber wären die Würfel nicht eine super Brutschaft vom Keinohrhasen und Zweiohrkücken? I think so.



Das ist Frau Lehmanns Dachbodenfund - was für ein Stück! Leider bin ich von meiner Brother icht mehr abzubringen, aber vielleicht könnte man dieses Teil aber zur Kaffeemaschine umbauen?



Ich bin heute morgen vor dem Dorf wach, es steckt noch schläfrig mit dem Nebel unter einer Decke und will nicht aufstehen. Bin mit Mini Blondie das erste Mal mit der Eisenbahn nach Mecklenburg gefahren. Die Großeltern haben unser altes Kinderspielzeug ausgegraben und Mini Blondie ist schon eine fabelhafte Puppenmama. Und die Torte aus dem Hotel Für Dich, mhhmmm, dafür muss ich noch ein bisschen länger bleiben.

Sonntag, 6. Dezember 2009

Kaffiknopf Giveaway zum Nikolaustag

Hurra, heute ist Nikolaustag! Wir haben mit Mini Blondie fleißig die Schuhe geputzt und draußen vor die Tür gestellt. Am Morgen war das Staunen groß - da waren ja lauter Leckerlis in allen drei Schuhpaaren. Kann man doch essen ist gerade Mini Blondies charmante Umschreibung für: Rück rüber, das will ich essen.
In meinem linken Schuh war ein ganzer langer Mommy-Nähtag versteckt! Am Vormittag haben sich Batti und Mini Blondie auf zu Oma und Opa gemacht und ich war den Rest des Tages - in fabelhafter Gesellschaft - oben im studio verschwunden. Wisst ihr, was noch schöner klingt, als das Rattern einer Nähmaschine? Wenn zwei Maschinen gleichzeitig vor sich hin tuckern. Es war wunderbar! Und was wäre ein Nikolaustag ohne ein Kaffiknopf Giveaway? Dieses freundliche Dalarnapferd gibt es zu gewinnen. Hinterlasst einfach unter diesem Post einen Kommentar. Am Sonntag den 13. Dezember wird der glückliche Gewinner ausgelost, und zwar von dieser Glücksfee.







Und da haben wir ihn doch tatsächlich bei der Arbeit erwischt, den kleinen Nikolaus.
Ich wünsche einen guten 2. Advent mit einem Wort für dich von einem, der dich liebt und einem Schatz im Lebkuchen eingebacken.

Donnerstag, 3. Dezember 2009

Gebrauchsanweisung zum Advent



Eintrag vom 23.12.2007

Lass dir nicht klamm ums Herz werden weil schon Dezember ist, dieses Jahr packt seine Koffer und nimmt dich nicht mit. Es hat seinen Zweck dass du auf dieser Erde weilst.
Schneide jeden Morgen eine Schneeflocke aus Papier.
Bring dem Hausmeister, wenn er Schnee fegt, einen Kaffee.
Heb jeden Tag eine Seite aus der Zeitung auf und sieh, die Fülle dieses Monats!
Lies ein Gedicht so lange, bis du es nicht mehr vergisst.
Nimm Walnusshälften und füll sie mit Vogelfutter, reih sie auf allen Fensterbrettern auf, du wirst in den nächsten Tagen viel Besuch bekommen.
Warte auf den Briefträger und frag ihn, wie es ihm heute geht.
Geh um die Mittagszeit auf die Straße, grüße die Sonne, spaziere Richtung Norden, bis der Winter dich an der Nasenspitze zwickt.
Wirf Teelichter in die Briefkästen deiner Straße, lern zu verschwenden, spür, wie dein Herz wächst.
Versteck in einem Zaunspalt deinen Wunschzettel und halt in der Manteltasche Käse für streunende Katzen bereit.
Such in Kindergesichtern nach dem Funkeln und Leuchten, dort findest du die Weihnacht, die du suchst.
Leg den Bettlern Schokoladengoldtaler in ihre krummen Gefäße.
Wenn du an einer Kirche vorbei gehst, kehr ein und geh den Kirchturm hinauf – wie weit ist es bis zum Horizont?
Übersieh nicht den Engel, der am Ausgang steht, dir warm in den Nacken pustet und dich segnet.
Gib kein Geld aus für Geschenke, back für alle dicke Kekse, schreib warme Briefe, stell Laternen ins Treppenhaus.
Schick Weihnachtsgrüße an deine Deutschlehrerin.
Sag deinen Eltern, warum du sie liebst.
Was du tun möchtest, das tu in diesem Moment, schieb nichts mehr auf.
Erspüre die Weite der Zeit, wie sie sich dehnen lässt, je eher es dunkel wird.
Nimm Abschied von dem, was du in diesem Jahr nicht mehr erreichen kannst.
Feiere ein Fest, kauf zwölf Äpfel und brate sie im Ofen.
Spar den Wein nicht auf für das nächste Jahr, schenk allen voll ein.
Lass in der Nacht ein Licht im Fenster brennen und verlieb dich neu.

Mittwoch, 2. Dezember 2009

Die Neuen

Eine kleine Herde Dalarnapferde erreichte unseren Hof in den Morgenstunden. Außer Atem und mit Raureif in den Mähnen scharrten sie im Gras die Gänseblümchen frei. Als ich endlich nachsehen ging, wer so einen Krawall machte, verlangten fünf nach einer kleinen Tasse Kaffee und eins nach einem roten Würfel.



Neue Stoffe für mich! IKEA hat wieder ein paar schöne Drucke in die Regale geräumt und ich wette, daraus lassen sich prima Nikolausstiefel nähen.



Diese herrlichen Stücke sind von meiner Busenfreundin, die ich mal so nenne, weil sie ein großer Anne of Greengables Fan ist und bestimmt schon immer mal Busenfreundin genannt werden wollte. Sie ist ein wunderbares Novemberkind, hat mich schon das zweite Jahr nicht zum Geburtstag eingeladen, was vielleicht daran liegt, dass sie 2000 Meilen weit weg ist. "Zum Zeichen meiner Freundschaft sind die Stoffe alle vorgewaschen und gebügelt." hat sie mir geschrieben. Ist das nicht wahre Busenfreundschaft?
Ich habe lange nach Worten gesucht um zu beschreiben, wie das ist ... hier, ohne sie. Aber dann habe ich entdeckt, dass längst jemand für mich die Töne dafür gefunden hat.
Sie startet übrigens gerade das Projekt 365 mit ganz zauberhaften Bildern.





Ist das nicht ein schöner Dezemberanfang? Ich gebe eine Marzipankartoffel, einen kochend heißen Glühwein und ein Lächeln aus. Dafür möchte ich wissen, was heute in deinem Adventskalender war!

Sonntag, 29. November 2009

Komm an meinen Tisch



Komm an meinen Tisch, fremder Wanderer, Wölkchen aus Grönlands Himmel, wackeres Rotkehlchen -
Komm an meinen Tisch, ein Stuhl ist noch frei. Auf dem anderen sitzt schon Novembersönnchen, getarnt mit Schürze und Mehl im Haar. Ich hab ihr versprochen, sie nicht zu verraten -



Komm an meinen Tisch, Nibelunge, scheues Reh, einsames Herz -
Komm an meinen Tisch, für eine halbe Nachmittagsstunde. Es ist hier so warm, du wirst deine Jacke ausziehen und nach einem Eiswürfel fragen.



Komm zur Dämmerung ans Feuer, alter Hund, Mädchen, Engel ohne Hand. Hier gehen die Geschichten nicht aus, nein sie kleiden dich, wärmen dich und machen dich satt. Wenn dein Weg dich weiterführt, lass die Steine aus deinen Taschen hier. Und den Staub, der deine Schultern drückt, schlag ihn in den Wind. Die Krümel Bitterkeit kehr noch von den Schuhsohlen ab. Bald macht ein Jahr alles neu.



Erster Advent.

Donnerstag, 26. November 2009

Da kommt was um die Ecke

Ich mag die Spätnovemberstürme, die Vormittags eilig zum Frühstück aufkreuzen und am Abend wiederkehren, ums Haus jagen und Verstecken in den Büschen und Ästen spielen. Ansonsten machen die Temperaturen keine Anstalten, nicht länger in Richtung Frühling zu zeigen. Ich warte, der knackige Winter kommt schon noch. Jeder Vormittag, den wir in der Sonne draußen vertrödeln können, ist uns lieb und teuer. Aber die Spuren der Vorweihnachtszeit lassen sich nicht mehr leugnen. Im Nachbarsgarten leuchten die Lichterketten an den Bäumen, der Adventskranz ist fertig und duftet vor sich hin (die Zimtsterne sind extra dick festgeklebt damit Mini Blondie sie nicht aufessen kann - versucht hat sie es schon) und meine Fingerspitzen brennen darauf, sich bald in Stollenteig zu vergraben.



Aber meine Pyramide spinnt. Im letzten Jahr wollte sie sich gar nicht drehen und jetzt ist sie so in die Höhe geschossen, dass sie nicht mehr auf den Stubentisch passt. Unerhört!







In diesem Jahr kommt die Großfamilie für die Festtage zu uns. Einen Entenbratenprobelauf haben wir schon gemacht, es hat ganz gut geklappt, aber Mini Blondie hat sich vor den nackigen, nicht mehr sehr lebendigen Flügeltieren gefürchtet. Und den Schlitten, den haben wir auch schonmal abgestaubt. Schnee, wir erwarten dich, am 11. Dezember pünktlich zur Milchschaumzeit um 16 Uhr!

Montag, 23. November 2009

Ich war nie in Dalarna



Wenn der Wind uns aus dem Haus kehrt und zu einem Lachduell herausfordert, wenn Nou der Kopf gegen die Decke fällt, wenn das Getriebenseingefühl nicht anders weggeht ... laufen wir genau bis hier, an den Rand der Koppel. Und obwohl der Wind von links kommt und die Pferde sich alle mit dem Rücken nach hinten aufgestellt haben, kommen sie und grüßen uns. Es wird schon wieder. Morgen ist auch noch ein Tag.
Ich weiß nicht, ob es wieder wird. Ich bin mir ziemlich sicher, dass morgen noch ein Tag kommt.
Dann sagen sie etwas seltsames. Mit der richtigen Musik geht alles. Was wisst ihr schon davon, hm? Ihr seid auch nie in Dalarna gewesen.
Da soll es märchenhaft sein. Da werden die wahren Geschichten geboren.





Eine kleine Herde Dalarnas schnaubt im Shopregal und scharrt mit den Hufen. Die riechen schon wieder vor mir den Schnee. Aber die können auch nicht davon gallopieren, wenn es eng wird. Unter der Decke. Um deine Augen herum. Im Herzen.



Gut dass ich hier jemanden habe, der mir Erbsenflugzeuge zeichnet, der meine Sushiobsession gütig erträgt, der mich ausschlafen lässt und für mich mit der Zeit sogar zum Kaffeetrinker wird. Einen Schluck am Tag.

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