Dienstag, 13. März 2007

Ich bin ein Gast auf Erden

Ich bin ein Gast auf Erden -
An solchen Tagen fällt es leichter zu
Die Luft, die Stadt gespannt und frühlingsschwanger
Selbst Spatzen haben viel zu tun.

Mein Leben hier - ein kurzes Leuchten
Eine Schnuppe in den Augen der Ewigkeit.
Ich suche mir dem Herz nach Wege aus
In dunklen Tagen einst erträumt von dem Gesicht
Um das zu sehen ich dann gerne sterbe
Ein anderer führt meine Sache fort.

Ich bin ein Gast auf Erden -
Mein Bündel füllten Schönheit und Mut
Und seine unendlichen Gedanken
Nahe hinter dem Horizont.

Freitag, 2. März 2007

Häuser

Wir sind alle wie Häuser -
einzelne in Holz gewandt, weich und biegsam, die meisten haben außen Putz über den Steinen. Wenn wir eng aneinander vorbei gehen oder unsere Gesichter reiben, zaudern wir kurz ob der Schmerzen. Aber wir sehen trotzdem schön aus, wegen der Fenster, aus denen uns Licht entgegen kommt oder Augenfunkeln. Manche Augen sind durchlässig, dass wir bis auf den Herzensgrund sehen dürfen, ohne Kommentar. Manche Augen schwören auf Gardinen oder Vorhänge aus Samt. Bei denen sind wir ganz und gar verloren.
Wir leben nicht lange, eine Weile stehen wir zusammen, machen die Runde, dann ziehen wir weiter, sind rastlos. Wurzeln schlagen wir nicht.

Dienstag, 20. Februar 2007

Wenn man überhaupt einen Film gesehen haben muss, dann diesen:

Nach der Hochzeit

Montag, 19. Februar 2007

beim Boxen geht alles rückwärts

Jeder hat eine begrenzte Anzahl Kämpfe in sich. Es sagt einem nur keiner, wieviele. Moi cushle.

Mittwoch, 14. Februar 2007

...

Schau mal nach oben, der Himmel hat das Blau von gerade geborenen Katzenaugen.

...

Das Licht im Treppenhaus brannte die ganze Nacht, so sah ich den Schatten des Engels, der auf dem Fensterbrett stand und wachte. Nein, er berührte mit seinen Füßen das Fensterbrett nicht, er schwebte, das konnte ich deutlich sehen. Nur sein Gesicht, das wollte er mir nicht zeigen.

Neuschneelicht

- im winterlichen Morgenlicht, im Neuschneelicht - ihr liebes Gesicht zuwandte und ich mir dachte: Sie ist weder alt noch jung. Ich war irgendwie erstaunt über sie und konnte es kaum über mich bringen, ihre Brauen zu benetzen, denn sie sah ein gutes Stück schöner aus als schön. Woran Traurigkeit einen großen Anteil hatte, so war das.

(wieder Gilead)

Dienstag, 13. Februar 2007

Das Mondlicht

Der Mond leuchtete sehr hell. Seltsam, dass man sich nie so recht an die Welt bei Nacht gewöhnen kann. Ich habe Mondlicht erlebt, so hell, dass es richtige Schatten warf. Und der Wind ist immer derselbe Wind, ob bei Tag oder Nacht, immer raschelt er im selben Laub. Als kleiner Junge stand ich stes vor der Morgendämmerung auf und holte Wasser und Feuerholz. Das Leben damals war ganz anders. Ich erinnere mich, ich ging hinaus in die Dunkelheit, und sie kam mir wie ein großes, kühles Meer vor, in dem die Häuser und Schuppen und die Bäume trieben, die sich soeben von ihrer Vertäuung gelöst und abgestoßen hatten. Ich fühlte mich wie ein Eindringling, das ist noch immer so, als hätte die Dunkelheit auf alles Anspruch - einen Anspruch, den ich verletzte, wenn ich vor die Tür trat. Die ins Mondlicht getauchte Welt erschien mir heute Morgen als eine Bekanntschaft, die sich seit urdenklichen Zeiten kenne und mit der ich schon immer hatte Freundschaft schließen wollen. Wenn es dazu jemals eine Gelegenheit gegeben haben sollte, dann habe ich sie verpasst. Seltsam zu sagen, aber dieses Gefühl habe ich auch mir selbst gegenüber.

aus Gilead(Marilynne Robinson)

Montag, 12. Februar 2007

you may listen

Sophia, Sophia



*

Donnerstag, 8. Februar 2007

schwalben

manchmal hast du nach gewitter eine schwalbe gefunden und sie heim getragen, dem geknickten schnabel wasser eingeflöst, dich nicht getraut, die schlappen flügel zu streicheln. abends im bett hast du die fliegenjagd geplant und wie du den ameisen auflauern wirst. und gehofft. jedes mal gehofft, dass sie nur eine weile tot sei, wieder ins leben zurück kehre.
aber was tot ist, ist immer ganz tot, und jetzt hast du gedacht, du machst etwas wieder lebendig, schlägst beherzt mit den flügeln -
dabei ist es gestorben, mit der einen gewissheit, für immer. lass es los.

Konzert!

Die wunderbare Fee der Jazzbühne Sandie Wollasch ist in Berlin. Whew. 7.3. im Quasimodo
Diesmal werden wir es nicht verpassen, do we?

Mittwoch, 7. Februar 2007

as it is in ...

Arne: Noch Fragen?
Thore: Wie alt werden Vögel?

Dienstag, 6. Februar 2007

...

-- so breathe on, little sister, breathe on


like a fool


*

Montag, 5. Februar 2007

Lied zur Nacht

Der Mond ist aufgegangen
Hat mich nicht eingefangen
Er hatte keine Hast -
Hat seinen Lieblingsplatz bekommen
Für dieses Mal dem Kampf entronnen
Und keiner der noch wacht -

Ich blicke gern ins Leere
Tanz auf den Stufen, höre
Beschatte deine Traurigkeit
Die zu mir spricht in Tönen
Du ahnst nichts - ach ich gewöhne
Mich an die schmale Last

Sie liegen stumm, gefroren
Schwarze Johannisbeeren
In deiner Augen Grab
O bleibe Herr, bewahre
Beraubte Vaterhände
Kalt ist der Abendhauch -

Dienstag, 30. Januar 2007

Mancherorts das Rauschen des Meeres im goldenen Abendlicht. Andernorts die Luft nach dem Sprung. (i.m.)

Wollte er springen, war er? Er wusste es nicht mehr. Er wusste nichts mehr. In diesen Stunden hatte er schon alle Erinnerung verloren. Sein Kopf, weiß und leer wie ein neues Jahr. Schwester und Schwager holten ihn aus dem Krankenhaus, brachten ihn in die warme Stube. In der Ecke der Ofen, Äpfel zum backen darinnen, daneben der Sessel, daneben das Klavier. Sie legten seine Finger auf die Tasten – nichts. Sie spielten ihm Platten mit seinen Stücken vor, er sah sie fragend an, allenfalls sagte er: „Der spielt gar nicht mal schlecht, scheint so, er hätte als Kind mehr üben können, dann wäre einmal etwas aus ihm geworden. Ich persönlich mochte Klaviermusik ja noch nie.“
Da ging sie in die Küche, ließ ihre Tränen auf die Ofenherdplatte fallen, sah zu, wie sie in Sekunden verdampften und weiße Punkte zurück blieben.
Wenn er spielte, konnte sie die Flügelschläge der Engel hören. Und Gottes Schritte auf dem Dach der Welt.

Dienstag, 23. Januar 2007

Es begibt sich aber zu der Zeit ...

Schnee Schnee Schnee!
Schnee Schnee Schnee!
Schnee Schnee Schnee!

Spätestens Freitag.
Heißa Jucheee!

Donnerstag, 18. Januar 2007

inside out - again

Outside of a dog, a book is man's best friend. Inside of a dog, it´s too dark to read.
Groucho Marx

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