Freitag, 11. November 2005

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can you feel it?
Das Schaffell, Lichtumschlingungen, Blütenprasseln, Blätterteiggebäck das aufeinander raschelt wie Kinderfüße die schnell durch frischen Schnee laufen.
Meine Gedanken. Die Schrift über dem Türbogen. Vorahnungen von Fay. Mein Un-Ich. Die Musik, die unendlich macht.
can you feel it.

Dienstag, 8. November 2005

special news

Auch wenn Geburtstage nicht mehr so magisch sind wie früher, als man klein war und nachts um den Geburtstagstisch schlich, den Schokoladenmarienkäfer streichelte und sowieso nicht schlafen konnte - immernoch ist es ein Tag, an dem sich ein paar Perlen aus himmlischen Kronen lösen und auf den Boden klackern.
Es gibt eine Stadt in Finnland, die Ivalo heißt (das "u" ist sicher nur eingeschneit) und sogar einen Flughafen hat.
Bisher wusste ich nur, dass es ein Name bei den Inuit ist.
Und: Meine liebe Bridget-Jones-Lady bekommt ein Bebé, sie ist die dritte im Bunde. Eine Lilli und einen Pavol haben wir schon, und wenn wir im nächsten Herbst mit allen zusammen Drachensteigen fahren, brauchen wir schon viele Autos und Kinderdrachen.

Montag, 7. November 2005

So war das.

Tigergeburtstag-05-008

Freitag, 4. November 2005

Elephanten

Glück gehabt, der 3. November, mein Tag des Jahres, war ein langer Tag. Nach einem Abschiedsessen im XION unter Spiegeln durchgeschlafen bis 5 Uhr. Halb sechs auf der Straße, linke Seite, ich treffe jeden Morgen dieselbe Frau. Immer erst wach, wenn ich ankomme, und die Bäckerfrauen auf halber Strecke merken nie, wie ich sie beobachte. Noch dunkel, die Stadt, nicht warm, nicht kalt. Mein Café hat nicht geschlafen, wie immer. Mittags herum stehen wir zu dritt an der Espressomaschine, jemand sagt: Da laufen Elephanten! Zwei Sekunden, in denen zwei Augen sehen und nicht kombinieren: Schönhauser Allee, Fußgänger, Autos weg, hintereinander schlendern drei Elephanten. (Nicht Rüssel am Schwanz, nicht mit Zucker gelockt.)
Freudenschreie. Da laufen Elephanten! Die Passanten vergessen, Moment, ihr Leben, es rauscht durch Falltüren, adieu, adieu.
Nur zwei, drei Augenblicke, dann entzaubert sich´s wieder. Aha, da steht einer mit Kamera und filmt, neben den Tieren laufen Treiber, und die Gäste wollen immernoch nur to go - tall - Café Latte. Nur die Elephanten leuchten noch so, wie damals, als wir Kinder waren.
Nach dem Nachmittag kommt der Abend, eine Tram fährt in meine Richtung, ich sehe was, was du nicht siehst. Die Stadt macht Feierabend, ich will niemanden - und halte Ausschau nach Riesen.

Dienstag, 1. November 2005

Herbstlesung

17.11.05
Beginn: 19:30
Am Klavier: Ingo Mohr
In der Pause: herbstliches Buffet


Zeit für die 4. der Jahreszeitenlesungen in diesem Jahr. Der Mars ist schon wieder auf seinem Rückweg, die Blätter fallen geräuschvoll und werden täglich umsortiert.
Es lesen: Titus Überall, Martin Dittmar, Boris Avenue, Anna Klodt, Louise Peter, Mirjam Nietz, u.a.
Anmeldung erbeten.

Dienstag, 25. Oktober 2005

Kostprobe

Bitte stellen Sie sich zuerst den Geruch, dann den Geschmack von frischem Koriander vor.
Danke.

Montag, 24. Oktober 2005

Die Herbstlesung

kommt mit Sicherheit, vielleicht erst im Spätherbst, vielleicht liegt dann auch schon Schnee - aber sie wird kommen und ihren Jahreszeitengeschwistern nicht untreu werden.
Flyer und Infos bald. Hier. Genau.

Freitag, 21. Oktober 2005

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Mittwoch, 19. Oktober 2005

never smash pumkins

september 05 036

september 05 038

september 05 040

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Keine ungewöhnliche Straße, auf deren Gehweg der Papierschnipsel liegt, und ich gehe zwei Schritte zurück, um doch zu lesen, was Schulbuchstaben bilden. Es könnte ein Geheimnis sein, eine göttliche Botschaft - nur an mich, die Frage zu meinen Antworten, oder die Antwort, die eine, die alle Kreise schließt. Balance und gleichlange Beine für alle Ewigkeit.
Laubblätter, die die Pflastersteine verhüllen so wie Seidenpapier Kostbarkeiten, machen den Moment verheißungsvoll, ich muss mich nur ein wenig hinunterbeugen um die Schrift zu lesen. Der Junge taucht.
Nun ja.
Ich wechsele die Straßenseite. Passiere einen Biergarten "Die alte Welt", hier liegen auch Blätter. Der Garten wurde vom Herbst überrascht, Tische und Bänke stehen erschreckt, verzaubert, in Schlaf gelegt, Augen zu. Es standen noch Feste an, und Vorbestellungen auf Sonne.
Vogelschatten stürzen in den Hinterhof.

Freitag, 23. September 2005

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Noch einmal - wie die Kleinen - mit Kreideeimer in den Hof laufen und Kunstwerke auf den Beton malen, Krikselkrakselkästchen anzeichnen und solange hüpfen, bis die Linien wieder weg sind. Wenn Muttern nicht hinschaut, heimlich an die Hauswand Strichmännchenfamilien malen, auf das braune Garagentor auch. Und bei den Nachbarn auf die neu verklinkerten, roten Ziegel schreiben: Danny ist doof.

Montag, 19. September 2005

In den Wäldern

Es gibt keine Pilze mehr. Alle hundert Schritt einen Giftling, aber weit und breit keine Borstelpilze, keine Braunkappen, Butter-, Stein-, Schirmpilze.
Es gibt noch: den würzigen Geruch im Wald, der uns um die Nase tanzt und von dem wir satt werden und nichts mehr essen brauchen für diesen Tag. Es gibt noch: Mähnengras, zerzaust und von niemandem gekämmt (ich meine das, worein wir uns haben fallen lassen, früher), und Moos auf den Schonungen, dazwischen Heidekraut und Licht, das mit dem Abendnebel um ein paar Meter kämpft. Es gibt noch: das große Knacken der Äste, die schon lange so lagen, und das kleine Knacksen der Zweige unter den Füßen. Es gibt noch: blaue Mistkäfer, Spinnennetze zwischen den Kiefern, in die wir hineinlaufen, weil wir nur auf den Boden schauen. Blaubeersträuchlein, die den Boden säumen und um diese Zeit abgeerntet sind, und versteckte Blindgänger, die gibt es auch noch, nur Pilze gibt es nicht mehr.

Montag, 5. September 2005

Herzlich Willkommen

Die ich zum Leben erweckte, kommen Wochen ohne Atmen aus. Sie waren gar nicht lebendig. Bis eben! Jetzt laufen sie mir durch die Wohnung, trapsen und wollen sich nicht die Schuhe ausziehen. Alle naselang machen sie neue Musik an, kochen sich Kaffee, wühlen in meinem Kleiderschrank rum. Eine Weile mag das gutgehen, heute Nacht schicke ich sie auf den Weg, dreimal die Straße rauf und runter, bis eine Tür den Knauf zu ihrem Zuhause hat.

Aktennotiz

Eine kleine leise Traurigkeit / ist wohl jetzt für lange Zeit hier. Und ich suche noch nach deinem Kleid / in dem Nachmittagsbus um halb vier. Und zwei Tassen stelle ich auf den Tisch / so als ob du heute noch kommst. Und ich lach, wenn ich mich dabei erwisch' / und das Teewasser kocht ganz umsonst.
::gundermann::

Mittwoch, 24. August 2005

...

Wir vermissen die, die wir vor sieben Jahren waren. Und wiegen die Köpfe, wägen ab das Für und das Wider.
Flut und Ebbe haben wir gesehen, zu allen Zeiten gab es Kuchen.
Was war dir mein Herz, warum bliebst du nicht stehn.

Mittwoch, 27. Juli 2005

Lavandin

Jetzt ernten sie die Lavendelfelder ab, vor ein paar Tagen haben sie begonnen. Nein, sie gehen nicht mehr sammelnd durch die Felder und sind abends müder als sonst, weil sie so tief die Lilafarben eingeatmet haben. Geerntet wird heute mit Maschinen, sie hatten es mir erklärt, ich habe es wieder vergessen. Das Öl treiben sie auch elektrisch aus, und wer sich damit einreibt, fühlt für Sekunden einen metallernen Film auf der Haut.
Den Honig, den machen sie noch selbst, jede Familie füllt ihn in andere Gläser ab, an den Wegrändern stehen Schilder und wenn man klingelt, steht jemand vom Kaffeetisch auf und verkauft einem das süße Kristall. Wie seit Jahren. Und ich ... hier ...
Dieulefit hat noch als einziger Ort an zwei Wochentagen Markt, die Standtische geben vorsichtig nach unter der Last dieser Tage: Eichenkörbe mit Lavendelsträußen, Lavendelseife, Zweilitergläser Miel. Die Einwohner sind froh, wenn der Sommer keine Touristen hereinspült, die ihnen das immer knappe Graubrot wegkaufen. Am Ende steht die Frau mit den selbstbemalten Ölflaschen, ein paar Sommersprossen Lila, Schraubverschlüsse, eng an eng aufgestellt. Sie ist die Einzige unter den Marktleuten, die nicht hier geboren ist, heute denkt sie daran, an ihrem Geburtstag, und noch keine Flasche verkauft, dabei ist schon Mittag.
Ach und ich ... hier ...

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