Mittwoch, 23. Dezember 2009

Einmal werden wir noch wach ...



... und dann ist wirklich schon Heilig Abend? Oooh, dieser Dezember hatte nur gefühlte fünf Tage. Für mich könnte es jetzt noch zwei Wochen ruhig laufen, mit Zeit für Spaziergänge, Teestunden und Stelldichein mit den Freunden, die auch alle wie ich in die Weihnachtsstressversenkung entschwunden sind. Vor lauter Vorbereitungen kehrt der Advent gar nicht richtig ein. Ich hätte gern mehr vor dem Fenster gesessen und die Meisen beobachtet, wie sie sich alle auf dem Apfelbaum anordnen, als wären sie die neuen Winterfrüchte. Ich hätte gern mehr Stille in mich aufgesogen, den Draht nach Oben heißer sein lassen. Aber jetzt ist er da, der Tag vor Heilig Abend. Dank des Hausvaters Überlebensstrategie ist die weihnachtliche Hausfrau vor mehreren Freakouts pro Tag verschont geblieben. Alle Vorbereitungen, die so ein Haus (!) braucht, wenn die Großfamilie im Anmarsch ist, wurden schön abgearbeitet und abgehakt. Stick to the plan! Vor allem, wenn mir ständig noch neue Ideen kommen, was ich für wen schnell eben nähen könnte, was noch gebacken werden müsste, wo unsäglich dringend geputzt werden sollte ...



Mein Winterwald als Lösung für schnell gemachte Geschenke gefällt mir so gut, ich kann mich kaum davon trennen und die Tannen auseinander reißen. Aber ich dachte, es wäre doch nett wenn alle dieses Jahr kleine Bäumchen bekommen. Und ich war gar nicht die einzige mit der Idee. Soulemama und Maya made haben auch wunderschöne Tannen genäht.



Wenn diese rätselhafte, immer unzuverlässige Natur der Weihnachtsstimmung bei mir auch nur langsam eintrudelt (der Oreo-Cappucino könnte dafür hilfreich sein), mein Mini Blondie hat sie eindeutig schon abbekommen. Sie ist diese Woche so fröhlich und vergnügt ... und oh, wenn sie nur wüsste, was morgen für sie unter dem Christbaum stehen wird. Ich kann es kaum erwarten, ihr Gesicht zu sehen.
Gestern haben wir Plätzchen gebacken, was harte Arbeit war. Wir mussten den Teig in kleine Stücke schneiden und mit den Händen anwärmen, bevor er sich ausrollen ließ. Aber Mini Blondie ist eine großartige Bäckersfrau. Erstmal werden Bauch, Hände und Wangen mit Mehl bestäubt. Die Puppenarme müssen auch eingemehlt werden. Dann kann das Ausstechen losgehen.



Wenn es nach ihr ginge, würde so das Backen aussehen: Einfach alles reichlich mit Mehl bestreuen. Oh ja, ich kann mich erinnern, das war der größte Spaß. Zum Glück sind doch einige Blecke Plätzchen herausgekommen. Aber wir müssen wohl Mäuse haben - heute sind kaum noch welche da.
Jetzt sind die Geräusche der Geschäftigkeit vom Tag verklungen, auch kein Lachen und Spielen mehr, nur Stille, Vorfreude und der Wind, der im Ofen säuselt. Ob er noch einmal Schnee bringt? Es wäre so schön. Das letzte Weihnachten mit Schnee ... da muss ich noch ein Kind gewesen sein.
Jetzt werde ich ganz allein den Baum schmücken, einen Chai trinken, die Geschenke einpacken ... und dann bleibt die Weihnachtsstube bis morgen Nachmittag abgeschlossen.



Dann müssen es sich eben morgen erstmal alle in der Küche gemütlich machen.

Donnerstag, 17. Dezember 2009

Kleines Mädchen

Deine Augen sind wie helle Fenster bei Nacht, kleines Mädchen.
Noch niemand hat sie dir trüb oder finster gemacht, kleines Mädchen.
Den Apfelbaum nennst du Herbert. Und Herbert redet mit dir. Und manchmal steckst du ihm in die Rinde ne Nachricht aus Papier. Da steht zum Beispiel geschrieben: Mein Freund heißt Daniel Röhn. Oder: Ich will nicht, dass Opa stirbt. Oder: Der Tag war schön.
...
Gerhard Schöne




Aufregende Vorweihnachtstage sind das für meinen Mini Blondie. Hjortron mit J.-H. und Gatte verbringen ihre ersten deutschen Tage bei uns, zugleich nächtigt die Muckla auch eine Weile hier und Mini Blondie ist schwer beschäftigt, ihr Spielzeug vor J.-H. zu bewahren oder genügend Kekse abzubekommen. Hingerissen zwischen Fürsorge und Alles-meins!, gar nicht so leicht für das kleine Mädchen. Dazu zwei Nachmittage mit den beiden kessen Cousinchen, der reinste Kindertrubel. Oh, ich merke schon, mein Kindchen kommt nach mir und braucht auch ihre gepflegte Dosis Alleinsein. Als heute die Mamis ausgeflogen, und J.-H. mit samt Papa zum Mittagsschlaf verschwunden waren, hat ein vergnügt singendes Mädchen sich die Küche zu eigen gemacht und gebügelt.

Mittwoch, 16. Dezember 2009

And the winner is ...



Oh, wir sind ganz aus dem Häuschen - über die Landung der drei Landflüchtigen - und über den Gewinner des Kaffiknopf Giveaways. Nach großer Flugverspätung und Jetlag steht er nun fest. Hjortron war unsere Glücksfee und hat ausgelost.



Das Dalarnapferd macht sich auch gleich auf den Weg, damit es bei diesem Schneetreiben auch noch rechtzeitig ankommt. Es hat schon so große weiße Punkte, hoffentlich wird es unterwegs nicht ganz eingeschneit.



And now, we proudly present the lucky winner: Juliane von Fröken Skicklig. Hurra, hurra! Da ist das Dalarna ja fast in seiner Heimat gelandet.

Schade, dass ich nicht für jeden, der mitgespielt hat, ein Pferdchen habe. Jedenfalls nicht aus Stoff ... ich backe eine Ladung Trostpreisdalarnakekse - Abholung morgen, und dann bauen wir einen Schneemann.

Sonntag, 13. Dezember 2009

Kleine Hausgeschichten



Diese Schmuckstückchen sind Teil der Ausstellung von Kathrin Ollroge, die gerade in der Zitrus Galerie in Potsdam zu bewundern ist. Auf em Potsdamer Weihnachtsmarkt haben wir den Stand mit diesen Puppenstubenmöbelbildern entdeckt und konnten uns gar nicht entscheiden. Und was für eine schöne Idee, solche Fotos zu machen. Ich träume schon von den Zeiten, wo Mini Blondie mit einer Puppenstube spielt.

Vorhin haben wir die dritte Kerze angezündet. Der Adventskranz duftet gerade noch etwas nach Tannengrün. Es wird Zeit, den Weihnachtsbaum zu kaufen. Das ist bei uns Hausvateraufgabe. Eben jener hat heimlich alle Pfefferkuchen augegessen, als wir in Mecklenburg waren. Ein Grund mehr, heute Plätzchenteig anzurühren. Ich werde dieses Rezept probieren, was inchmark auch so hoch gelobt hat. (By the way, dort gibt es gerade etwas zu gewinnen.)

Gestern bin ich vor Glück fast geplatzt. Erst hat es in dicken Flocken geschneit, und dann habe ich auf Soulemamas Seite nachgesehen, wer denn das zauberhafte Giveaway von Cloud9 gewonnen hat ...
It was me! Again! Ich habe beinahe ein schlechtes Gewissen, dass ich schon zum zweiten Mal ein Giveaway bei ihr gewonnen habe. Aber um so mehr freue ich mich, wenn morgen Hjortron mit ihren zwei Männeln wohlbehalten hier landet und den Gewinner vom Dalarnapferd auslost.



Genießt diesen dritten Advent, lasst euch vom Frost küssen, rennt um die Wette, schlagt Zimtsahne auf den Kakao und denkt an die, die frieren.

Mittwoch, 9. Dezember 2009

E(A)inohrwürfel





Würfel nähen ist so ein Spaß! Und so simple. Ich glaube, ich mache weiter bis zum Z. Obwohl, Mini Blondie liebt eigentlich nur die As und die Bs, in allen Texten, die uns so über den Weg laufen. Da konnten die Tanten das Schulalter nicht erwarten - und nun kann Mini Blondie am Computer schon fast ihren Namen schreiben. Wahrscheinlich wird sie in ihrer Zuckertüte (in vier Jahren!) ein Mac Book erwarten, oh my.
Aber wären die Würfel nicht eine super Brutschaft vom Keinohrhasen und Zweiohrkücken? I think so.



Das ist Frau Lehmanns Dachbodenfund - was für ein Stück! Leider bin ich von meiner Brother icht mehr abzubringen, aber vielleicht könnte man dieses Teil aber zur Kaffeemaschine umbauen?



Ich bin heute morgen vor dem Dorf wach, es steckt noch schläfrig mit dem Nebel unter einer Decke und will nicht aufstehen. Bin mit Mini Blondie das erste Mal mit der Eisenbahn nach Mecklenburg gefahren. Die Großeltern haben unser altes Kinderspielzeug ausgegraben und Mini Blondie ist schon eine fabelhafte Puppenmama. Und die Torte aus dem Hotel Für Dich, mhhmmm, dafür muss ich noch ein bisschen länger bleiben.

Sonntag, 6. Dezember 2009

Kaffiknopf Giveaway zum Nikolaustag

Hurra, heute ist Nikolaustag! Wir haben mit Mini Blondie fleißig die Schuhe geputzt und draußen vor die Tür gestellt. Am Morgen war das Staunen groß - da waren ja lauter Leckerlis in allen drei Schuhpaaren. Kann man doch essen ist gerade Mini Blondies charmante Umschreibung für: Rück rüber, das will ich essen.
In meinem linken Schuh war ein ganzer langer Mommy-Nähtag versteckt! Am Vormittag haben sich Batti und Mini Blondie auf zu Oma und Opa gemacht und ich war den Rest des Tages - in fabelhafter Gesellschaft - oben im studio verschwunden. Wisst ihr, was noch schöner klingt, als das Rattern einer Nähmaschine? Wenn zwei Maschinen gleichzeitig vor sich hin tuckern. Es war wunderbar! Und was wäre ein Nikolaustag ohne ein Kaffiknopf Giveaway? Dieses freundliche Dalarnapferd gibt es zu gewinnen. Hinterlasst einfach unter diesem Post einen Kommentar. Am Sonntag den 13. Dezember wird der glückliche Gewinner ausgelost, und zwar von dieser Glücksfee.







Und da haben wir ihn doch tatsächlich bei der Arbeit erwischt, den kleinen Nikolaus.
Ich wünsche einen guten 2. Advent mit einem Wort für dich von einem, der dich liebt und einem Schatz im Lebkuchen eingebacken.

Donnerstag, 3. Dezember 2009

Gebrauchsanweisung zum Advent



Eintrag vom 23.12.2007

Lass dir nicht klamm ums Herz werden weil schon Dezember ist, dieses Jahr packt seine Koffer und nimmt dich nicht mit. Es hat seinen Zweck dass du auf dieser Erde weilst.
Schneide jeden Morgen eine Schneeflocke aus Papier.
Bring dem Hausmeister, wenn er Schnee fegt, einen Kaffee.
Heb jeden Tag eine Seite aus der Zeitung auf und sieh, die Fülle dieses Monats!
Lies ein Gedicht so lange, bis du es nicht mehr vergisst.
Nimm Walnusshälften und füll sie mit Vogelfutter, reih sie auf allen Fensterbrettern auf, du wirst in den nächsten Tagen viel Besuch bekommen.
Warte auf den Briefträger und frag ihn, wie es ihm heute geht.
Geh um die Mittagszeit auf die Straße, grüße die Sonne, spaziere Richtung Norden, bis der Winter dich an der Nasenspitze zwickt.
Wirf Teelichter in die Briefkästen deiner Straße, lern zu verschwenden, spür, wie dein Herz wächst.
Versteck in einem Zaunspalt deinen Wunschzettel und halt in der Manteltasche Käse für streunende Katzen bereit.
Such in Kindergesichtern nach dem Funkeln und Leuchten, dort findest du die Weihnacht, die du suchst.
Leg den Bettlern Schokoladengoldtaler in ihre krummen Gefäße.
Wenn du an einer Kirche vorbei gehst, kehr ein und geh den Kirchturm hinauf – wie weit ist es bis zum Horizont?
Übersieh nicht den Engel, der am Ausgang steht, dir warm in den Nacken pustet und dich segnet.
Gib kein Geld aus für Geschenke, back für alle dicke Kekse, schreib warme Briefe, stell Laternen ins Treppenhaus.
Schick Weihnachtsgrüße an deine Deutschlehrerin.
Sag deinen Eltern, warum du sie liebst.
Was du tun möchtest, das tu in diesem Moment, schieb nichts mehr auf.
Erspüre die Weite der Zeit, wie sie sich dehnen lässt, je eher es dunkel wird.
Nimm Abschied von dem, was du in diesem Jahr nicht mehr erreichen kannst.
Feiere ein Fest, kauf zwölf Äpfel und brate sie im Ofen.
Spar den Wein nicht auf für das nächste Jahr, schenk allen voll ein.
Lass in der Nacht ein Licht im Fenster brennen und verlieb dich neu.

Mittwoch, 2. Dezember 2009

Die Neuen

Eine kleine Herde Dalarnapferde erreichte unseren Hof in den Morgenstunden. Außer Atem und mit Raureif in den Mähnen scharrten sie im Gras die Gänseblümchen frei. Als ich endlich nachsehen ging, wer so einen Krawall machte, verlangten fünf nach einer kleinen Tasse Kaffee und eins nach einem roten Würfel.



Neue Stoffe für mich! IKEA hat wieder ein paar schöne Drucke in die Regale geräumt und ich wette, daraus lassen sich prima Nikolausstiefel nähen.



Diese herrlichen Stücke sind von meiner Busenfreundin, die ich mal so nenne, weil sie ein großer Anne of Greengables Fan ist und bestimmt schon immer mal Busenfreundin genannt werden wollte. Sie ist ein wunderbares Novemberkind, hat mich schon das zweite Jahr nicht zum Geburtstag eingeladen, was vielleicht daran liegt, dass sie 2000 Meilen weit weg ist. "Zum Zeichen meiner Freundschaft sind die Stoffe alle vorgewaschen und gebügelt." hat sie mir geschrieben. Ist das nicht wahre Busenfreundschaft?
Ich habe lange nach Worten gesucht um zu beschreiben, wie das ist ... hier, ohne sie. Aber dann habe ich entdeckt, dass längst jemand für mich die Töne dafür gefunden hat.
Sie startet übrigens gerade das Projekt 365 mit ganz zauberhaften Bildern.





Ist das nicht ein schöner Dezemberanfang? Ich gebe eine Marzipankartoffel, einen kochend heißen Glühwein und ein Lächeln aus. Dafür möchte ich wissen, was heute in deinem Adventskalender war!

Sonntag, 29. November 2009

Komm an meinen Tisch



Komm an meinen Tisch, fremder Wanderer, Wölkchen aus Grönlands Himmel, wackeres Rotkehlchen -
Komm an meinen Tisch, ein Stuhl ist noch frei. Auf dem anderen sitzt schon Novembersönnchen, getarnt mit Schürze und Mehl im Haar. Ich hab ihr versprochen, sie nicht zu verraten -



Komm an meinen Tisch, Nibelunge, scheues Reh, einsames Herz -
Komm an meinen Tisch, für eine halbe Nachmittagsstunde. Es ist hier so warm, du wirst deine Jacke ausziehen und nach einem Eiswürfel fragen.



Komm zur Dämmerung ans Feuer, alter Hund, Mädchen, Engel ohne Hand. Hier gehen die Geschichten nicht aus, nein sie kleiden dich, wärmen dich und machen dich satt. Wenn dein Weg dich weiterführt, lass die Steine aus deinen Taschen hier. Und den Staub, der deine Schultern drückt, schlag ihn in den Wind. Die Krümel Bitterkeit kehr noch von den Schuhsohlen ab. Bald macht ein Jahr alles neu.



Erster Advent.

Donnerstag, 26. November 2009

Da kommt was um die Ecke

Ich mag die Spätnovemberstürme, die Vormittags eilig zum Frühstück aufkreuzen und am Abend wiederkehren, ums Haus jagen und Verstecken in den Büschen und Ästen spielen. Ansonsten machen die Temperaturen keine Anstalten, nicht länger in Richtung Frühling zu zeigen. Ich warte, der knackige Winter kommt schon noch. Jeder Vormittag, den wir in der Sonne draußen vertrödeln können, ist uns lieb und teuer. Aber die Spuren der Vorweihnachtszeit lassen sich nicht mehr leugnen. Im Nachbarsgarten leuchten die Lichterketten an den Bäumen, der Adventskranz ist fertig und duftet vor sich hin (die Zimtsterne sind extra dick festgeklebt damit Mini Blondie sie nicht aufessen kann - versucht hat sie es schon) und meine Fingerspitzen brennen darauf, sich bald in Stollenteig zu vergraben.



Aber meine Pyramide spinnt. Im letzten Jahr wollte sie sich gar nicht drehen und jetzt ist sie so in die Höhe geschossen, dass sie nicht mehr auf den Stubentisch passt. Unerhört!







In diesem Jahr kommt die Großfamilie für die Festtage zu uns. Einen Entenbratenprobelauf haben wir schon gemacht, es hat ganz gut geklappt, aber Mini Blondie hat sich vor den nackigen, nicht mehr sehr lebendigen Flügeltieren gefürchtet. Und den Schlitten, den haben wir auch schonmal abgestaubt. Schnee, wir erwarten dich, am 11. Dezember pünktlich zur Milchschaumzeit um 16 Uhr!

Montag, 23. November 2009

Ich war nie in Dalarna



Wenn der Wind uns aus dem Haus kehrt und zu einem Lachduell herausfordert, wenn Nou der Kopf gegen die Decke fällt, wenn das Getriebenseingefühl nicht anders weggeht ... laufen wir genau bis hier, an den Rand der Koppel. Und obwohl der Wind von links kommt und die Pferde sich alle mit dem Rücken nach hinten aufgestellt haben, kommen sie und grüßen uns. Es wird schon wieder. Morgen ist auch noch ein Tag.
Ich weiß nicht, ob es wieder wird. Ich bin mir ziemlich sicher, dass morgen noch ein Tag kommt.
Dann sagen sie etwas seltsames. Mit der richtigen Musik geht alles. Was wisst ihr schon davon, hm? Ihr seid auch nie in Dalarna gewesen.
Da soll es märchenhaft sein. Da werden die wahren Geschichten geboren.





Eine kleine Herde Dalarnas schnaubt im Shopregal und scharrt mit den Hufen. Die riechen schon wieder vor mir den Schnee. Aber die können auch nicht davon gallopieren, wenn es eng wird. Unter der Decke. Um deine Augen herum. Im Herzen.



Gut dass ich hier jemanden habe, der mir Erbsenflugzeuge zeichnet, der meine Sushiobsession gütig erträgt, der mich ausschlafen lässt und für mich mit der Zeit sogar zum Kaffeetrinker wird. Einen Schluck am Tag.

Mittwoch, 18. November 2009

An einem Sturmtag ...



... Tulpen stecken, Gerümpel identifizieren, vom Eismeer lesen, den Knoblauch in viel Butter anschwitzen, das Feuer im Ofen nicht ausgehen lassen und Espresso trinken, schwarz und beinahe so dick wie Blut.



Alles andere geht nur unglaublich schleppend voran. Die Ordnung im Haus vorm Winter genauso wie das Shopauffüllen vor der Weihnachtszeit. Gibt es so etwas wie die große, allgemeine Novemberverpeiltheit? Nichts mag so recht gelingen. Zwar ist eine halbe Herde Dalarnas genäht, aber jedes hat so seine Macke, und wer will schon ein Pferd mit Macke kaufen. Das ist so eine seltsame Zwickmühle - perfekt und handgemacht, passt das vielleicht einfach nicht zusammen? Genug gejammert, heute geht es zu IKEA, das wird meine Laune heben.
Ein neues Coffee Cozy ist fertig geworden - aber ich weiß nicht mehr, welche Stoffe ich schon vorgewaschen habe und welche nicht. Was das Coffee Cozys in den Shop stellen auch wieder schwer macht, denn waschbar sollten sie ja schon sein und nicht einlaufen. Nicht dass gerade Waschwetter wäre. Also nochmal von vorn. Alle Maschinen an und Bügeln mit Geduld und Spucke. Kaffiwetter ist zum Glück immer.

Freitag, 13. November 2009

Übermorgenglück



Wo steht die Rezeptur für einen gelungenen Tag? In welchem Fach des großen Vorratsschranks steht die Nachfüllpackung Frieden? Und warum glitzert es nicht jeden Tag?
Heute war alles und ein bisschen mehr bei uns. Vielleicht hing eine ungewöhnlich zufriedene Wolke an unserem Dach fest, vielleicht hielt der Kranich am Morgen auf dem Nachbarsdach den Haussegen im Lot ...
Lag es am Spaziergang zu den Schafen, noch vor dem Frühstück ... dem Blätter schaufeln, Kürbis hacken, Espresso kochen, den gefühlten über 50% des Tages im Nähzimmer ... an einem glücklich-verschmitztem Mini Blondie, die mir den Tag lang so viele Dinge erzählt mit so viel Schalk im Nacken ...





Lag es an der Musik, die sich Übermorgenglück selbst nennt? Oder an dem Licht des Adventssterns, der hier schon aufgegangen ist und sich gar nicht ziert, im November zu leuchten.
Es bleibt ein Geheimnis. So wie der Maulwurf, den ich bei den Nachbarn auf der Wiese entdeckt habe. Wie wild hat er gewunken. Juhuu, ich bin bald bei euch. Nach so einem Tag will ich mit Betthupferl und vor Mitternacht schlafen gehen. Und wer weiß, wenn ich lange genug Zähne putze und die Betten gut aufschüttel, kommt in der Nacht der nächste Schnee.

Mittwoch, 11. November 2009

Ich wusste doch, ich mach was falsch!

Das Handbuch für die gute Ehefrau

aus: Houskeeping Monthly, 13. Mai 1956

* Halten Sie das Abendessen bereit. Planen Sie Vorausschauend, evtl. schon am Vorabend, damit die köstliche Mahlzeit rechtzeitig fertig ist, wenn er nach Hause kommt. So zeigen Sie ihm, dass Sie an ihn gedacht haben und dass Ihnen seine Bedürfnisse am Herzen liegen. Die meisten Männer sind hungrig, wenn sie heimkommen und die Aussicht auf eine warme Mahlzeit (besonders auf seine Leibspeise) gehört zu einem herzlichen Empfang, so wie man ihn braucht.

* Machen Sie sich schick. Gönnen Sie sich 15 Minuten Pause, so dass Sie erfrischt sind, wenn er ankommt. Legen Sie Make-up nach, knüpfen Sie ein Band ins Haar, so dass Sie adrett aussehen. Er war ja schließlich mit einer Menge erschöpfter Leute zusammen.

* Seien Sie fröhlich, machen Sie sich Interessant für ihn! Er braucht vielleicht ein wenig Aufmunterung nach einem ermüdenden Tag und es gehört zu Ihren Pflichten, dafür zu sorgen.

* Räumen Sie auf. Machen Sie einen letzten Rundgang durch das Haus, kurz bevor Ihr Mann kommt.

* Räumen Sie Schulbücher, Spielsachen, Papiere usw. zusammen und säubern Sie mit einem Staubtuch die Tische.

* Während der kälteren Monate sollten Sie für ihn ein Kaminfeuer zum Entspannen vorbereiten. Ihr Mann wird fühlen, dass er in seinem Zuhause eine Insel der Ruhe und Ordnung hat, was auch Sie beflügeln wird. Letztendlich wird es Sie unglaublich zufrieden stellen, für sein Wohlergehen zu sorgen.

* Machen Sie die Kinder schick. Nehmen Sie sich ein paar Minuten, um Ihre Hände und Gesichter zu waschen (wenn sie noch klein sind). Kämmen Sie ihr Haar und wechseln Sie ggf. ihre Kleidung. Die Kinder sind ihre „kleinen Schätze“ und so möchte er sie auch erleben. Vermeiden Sie jeden Lärm. Wenn er nach Hause kommt, schalten Sie Spülmaschine, Trockner und Staubsauger aus. Ermahnen Sie die Kinder, leise zu sein.

* Seien Sie glücklich, ihn zu sehen.

* Begrüßen Sie ihn mit einem warmen Lächeln und zeigen Sie Ihm, wie aufrichtig Sie sich wünschen, ihm eine Freude zu bereiten.

* Hören Sie ihm zu. Sie mögen ein Dutzend wichtiger Dinge auf dem Herzen haben, aber wenn er heimkommt, ist nicht der geeignete Augenblick, darüber zu sprechen. Lassen Sie ihn zuerst erzählen - und vergessen Sie nicht dass seine Gesprächsthemen wichtiger sind als Ihre.

* Der Abend gehört ihm. Beklagen Sie sich nicht, wenn er spät heimkommt oder ohne Sie zum Abendessen oder irgendeiner Veranstaltung ausgeht. Versuchen Sie stattdessen, seine Welt voll Druck und Belastungen zu verstehen. Er braucht es wirklich, sich zu Hause zu erholen. Ihr Ziel sollte sein: Sorgen Sie dafür, dass ihr Zuhause ein Ort voller Frieden, Ordnung und Behaglichkeit ist, wo Ihr Mann Körper und Geist erfrischen kann.

* Begrüßen Sie ihn nicht mit Beschwerden und Problemen.

* Beklagen Sie sich nicht, wenn er spät heimkommt oder selbst wenn er die ganze Nacht ausbleibt. Nehmen Sie dies als kleineres Übel, verglichen mit dem, was er vermutlich tagsüber durchgemacht hat.

* Machen Sie es ihm bequem. Lassen Sie Ihn in einem gemütlichen Sessel zurücklehnen oder im Schlafzimmer hinlegen. Halten Sie ein kaltes oder warmes Getränk für Ihn bereit.

* Schieben Sie Ihm sein Kissen zurecht und bieten Sie ihm an, seine Schuhe auszuziehen. Sprechen Sie mit leiser, sanfter und freundlicher Stimme.

* Fragen Sie ihn nicht darüber aus, was er tagsüber gemacht hat. Zweifeln Sie nicht an seinem Urteilsvermögen oder seiner Rechtschaffenheit. Denken Sie daran: Er ist der Hausherr und als dieser wird er seinen Willen stets mit Fairness und Aufrichtigkeit durchsetzen. Sie haben kein Recht, ihn in Frage zu stellen.

* Eine gute Ehefrau weiß stets, wo ihr Platz ist.

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