Kinder Kinder

Sonntag, 24. Januar 2010

Boston Cream



Vor dem Fenster im Körbchen liegen und schmökern - das ist erst nach diesem Wochenende wieder drin. Gestern und Heute gab es im ganzen Haus keine ruhige Ecke. Meine Auswanderer samt der halben Familie sind die letzten Stunden bis zum Abflug bei uns und wir müssen Abschied nehmen. Mit Eisrodeln, Kuchen, Stricken, Elefanten- und Battireiten, einem Cappucciono für die sonst jeden Kaffee verweigernde Hjortron, vier Kindern die sich liebevoll umsorgen, zusammen kochen, Knöpfe fädeln, malen - nur bei der Mundharmonika gibt es Gezeter. Mini Blondie beobachtet manchmal die anderen drei, dann wieder scheint sie alle um sich herum zu vergessen und sitzt malend und singend auf dem Boden. Hjortron hat es sogar noch geschafft, mit meiner Nähmaschine auf Tuchfühlung zu gehen und sich einen Krimskramsbeutel für den Flug genäht. Themengetreu essen wir Dunkin Donuts in der Neu England Edition: mit Boston Cream und Maple Glaze. Ach ach.



Mittwoch, 13. Januar 2010

Übersee

Es waren zwei Königskinder,
die hatten einander so lieb.
Sie konnten zusammen nicht kommen,
das Wasser war viel zu tief ...



Wenn Hjortron und ich ein bisschen Crafttogether erstehlen wollen, geht das am Besten mit Scraps, Bauklötzern, norwegischen Crackern und Schnullern zum Hin und Her tauschen für die beiden Minis.
Wir haben zwar nicht wirklich genäht, aber Hjortron hat meine Maschine gründlich ausprobiert und abgesegnet. Whew.
Leider weilen die beiden jetzt schon in Mecklenburg, und bald trennt die kleinen Königskinder wirklich wieder das große, tiefe Wasser. Can´t hide a big snif.
Mini Blondie hat ihre eigene Methode, den Entzug zu verarbeiten. Das Kind mit Riesenpflaster auf der Backe, ein Foto beim Kinderarzt gestern, wurde einfach mal als J. abgestempelt. Und auch sonst redet sie öfter mal von ihm und ruft empört: Nein J.! J. hat Aua. J. hat Pullermann. Und Bellybutton. Oops. Aber so ganz rosarot ist es nun auch wieder nicht. Mini Blondie ist ein bisschen erleichtert, dass niemand mehr in ihren Puppenwagen springt oder ihre Küchenordnung durcheinander bringt.

Mittwoch, 30. Dezember 2009

2


Foto von Sebastian Frindt

Einen Tag vor Silvester, kurz nach Weihnachten, mitten in den Raunächten liegt mein Lieblingstag. Mini Blondies Geburtstag! Zwei Jahre ist sie, mein Sonntagskind, mein kleines Frühstücksei. Dass sie in diesen stillen Tagen zwischen den Jahren geboren wurde, spiegelt sich in ihrem Wesen wider. Wenn es ihr gut geht, dann ist sie ausgeglichen und vergnügt und eine helle Freude. Immer noch hält sie die Leute mit ihren Augen fest und durchdringt sie, wehe dem, der etwas verbergen will, sie findet es. Sie ist so eigensinnig und stur wie ich, sie hat Battis süßes Lächeln und seinen Clown in den Grübchen. Sie ist großzügig und fürsorglich. Kleine Puppenmutti, Küchenmädchen, Raupe "Himmerlat". Sie liebt alles was mit Büchern, Stiften, Farben, Buchstaben zu tun hat und kann wohl schon mehr als zehn Lieder singen. Dann sitzt sie, die Beine lang, das Liederbuch auf dem Schoß und singt und singt. Ich bin so dankbar, dass ich mit ihr leben darf, ihr zu Hause gestalten darf und die Welt durch sie mit anderen Augen sehen kann.

Auch wenn der Geburtstag - bis auf die Leckereien! - diesmal so gar nicht geplant war, ist es ein wunderschöner Tag geworden. Das erste Geschenk kam überraschend und war so riesig, es hat im Leben nicht ins Haus gepasst. Weit übers Land war es verteilt, über die Erde ausgerollt, um Äste und Stäucher geschmiegt, vom Himmel gefallen: Schnee! Richtig viel Schnee. Die geliebten Tanten kamen zu Besuch und Familie S. mit Lilli und Elise. Dann wurden alle Schlitten aneinander gebunden, selbst die Großen sind gerodelt, das habe ich schon ewig nicht mehr gemacht, ich konnte mich nicht mehr an das Gefühl erinnern! Wie gut, dass es Kinder gibt, ohne sie würden wir alle erwachsen werden und allen Übermut und alles Juchtzen verlernen.
Der Kindernaschteller war voll mit allem, was Mini Blondie (und offensichtlich die Großen auch) liebt, der Carrot Cake mit Physalis geschmückt, die Pizzabrötchen waren die perfekte Krönung für einen herrlichen Tag. Das Rezept muss ich unbedingt mal hier mit euch teilen.
Mini Blondie hat dieses Jahr schon ganz genau gewusst, dass es IHR Geburtstag ist, und wir haben sie gefeiert. Mein Lieblingsmoment war, als wir alle an den Händen im Kreis um sie herum getanzt sind und Mini Blondie gesagt haben, was wir an ihr gern haben. Erst wollte sie auch eine Hand zum Greifen haben und hat gar nicht verstanden, warum sie allein in der Mitte steht, und dann hat sie gestrahlt und "mehr" gerufen. Fast immer ist es ein Mamiglück, wenn das Kindchen nach "mehr" ruft. You know what I mean. Was das neue Lebensjahr wohl bringt ... Wir werden sehen. Ich weiß jetzt, welchen Anblick ich noch viel lieber mag, als die dick verschneite, unberührte Landschaft: Den Schnee im Garten durchkreuzt und zerlaufen von hundert Kinderfüßen, Schneeballstaub und Schlittenspuren.

Donnerstag, 17. Dezember 2009

Kleines Mädchen

Deine Augen sind wie helle Fenster bei Nacht, kleines Mädchen.
Noch niemand hat sie dir trüb oder finster gemacht, kleines Mädchen.
Den Apfelbaum nennst du Herbert. Und Herbert redet mit dir. Und manchmal steckst du ihm in die Rinde ne Nachricht aus Papier. Da steht zum Beispiel geschrieben: Mein Freund heißt Daniel Röhn. Oder: Ich will nicht, dass Opa stirbt. Oder: Der Tag war schön.
...
Gerhard Schöne




Aufregende Vorweihnachtstage sind das für meinen Mini Blondie. Hjortron mit J.-H. und Gatte verbringen ihre ersten deutschen Tage bei uns, zugleich nächtigt die Muckla auch eine Weile hier und Mini Blondie ist schwer beschäftigt, ihr Spielzeug vor J.-H. zu bewahren oder genügend Kekse abzubekommen. Hingerissen zwischen Fürsorge und Alles-meins!, gar nicht so leicht für das kleine Mädchen. Dazu zwei Nachmittage mit den beiden kessen Cousinchen, der reinste Kindertrubel. Oh, ich merke schon, mein Kindchen kommt nach mir und braucht auch ihre gepflegte Dosis Alleinsein. Als heute die Mamis ausgeflogen, und J.-H. mit samt Papa zum Mittagsschlaf verschwunden waren, hat ein vergnügt singendes Mädchen sich die Küche zu eigen gemacht und gebügelt.

Dienstag, 13. Oktober 2009

Malen mit Muckla

Lila! Lila, Heia lila, nich Heia, Ela hin. Hand. (malt die Handumrisse) Anou Hand! Ela Hand. Indi Indi Hand. Hand! Ela dia (= das hier). Oh. Ela, Anou Hand. Ela Hand. Ela Hand. Ja. Dia rum Ela. Hier Ela Hand. Dia um. Ela n mal. Ela gün. Lila dia. Ela dia. Rot auch. Punt Punt Miau. Ja! Anou Punt Punt. Hahahaha. Mal. Rot auch den. N mal. Mäh mäh. Anou dia. Oki oki aka. Aaaah. Hut auf. Hallo Lila. Da Lila. Ela da! (Rutscht auf dem Hocker hin und her, schmeißt Lila runter)
Gut. Uhuhu. Uhu. Ja. Määäh. Mond. Gut. Da gut. Ha leer. Gut. Ti ti. Ela Loch. Ela mehr Loch. Babyloch. Pieck Pieck Pieck. Nee. Nich Mond. Nich! Nee. Nich Swein. Maln. Eieiei Eieiei. Ela. Eieiei. Eieiei. Mukmuk. Weint, da. Mehr Mukmuk! Ha gut. Ha gut. Eieiei. Eieiei. (Sagt sie, wenn etwas runter fällt) Munt. Anou Munt. Gut. Oh. Loch. Hallo Loch. Da! Munt! A Munt. Mama. Mama! Anou Lila bumm. Wiele! (flüstert) Wiele! Ela. Mama! Anou da durch. Guck. Guck guck guck. Durch. Anou durch. Chrrr Chrrr. (nimmt das Schwein Anita hoch) Chhhhrr Chhhhrrrrr. B. Baum. Ani- na. Anou kommt da.
In dem Moment wird mein Schoßplatz vor dem Macbook erobert ... Das war nur ein winziger Ausschnitt vom Tagespensum meines kleinen Plapperschnütchens. Manche Worte lernt sie mir viel zu schnell "richtig". Allzu bald wird sie der Kinderstube entwachsen sein.



Naja, dann können wir endlich zusammen Kaffi trinken gehen!

Montag, 24. August 2009

Sonne und Abschied



Letztes Wochenende hier, und schnell noch eine Tasche genäht. Ja, sie ist etwas zu dreieckig, aber dafür passt bis auf mein Strickzeug wirklich alles für Mama und Mini Blondie rein. Für den Innenstoff habe ich meinen einzigen Heather Bailey Stoff verwendet. Ich wollte ihn eigentlich gar nicht anschneiden, aber hjortron hat mir Lust drauf gemacht. Jetzt fehlen noch eine passende Windeltasche und Täschchen für Mini Blondie. Aber erstmal sind auch alle Stoffe verpackt und ich habe mich erschrocken, als ich meine Näh-Kisten mal durchgezählt habe. Oh my, da kommen ja mehr Kisten zusammen als ich für die Küche gebraucht habe.

Am Sonntag haben wir endlich den Kinderbauernhof Pinke Panke erkundet. Vorher gab es noch eine Kugel Ziegenmilch-Nougateis im Café Paula, hmmm, lecker. Der Bauernhof ist herrlich für Kinder, verschlungene, mit Blumen zugewachsene Wege, eine Feuerstelle, riesige Plantschpfütze, jede Menge Tiere ... da möchte ich selber gern eine Räuberhöhle bauen und schwarze Füße bekommen.



















Aber ihr, Kinder der Erde, ihr Ruhelosen in der Ruhe, ihr werdet weder in die Falle gehen noch gezähmt werden.

Euer Haus soll kein Anker, sondern ein Mast sein.

Es soll kein schimmerndes Häutchen sein, das eine Wunde bedeckt, sondern ein Augenlid, das das Auge behütet.

Ihr sollt nicht eure Flügel falten, damit ihr durch Türen kommt, noch eure Köpfe beugen, damit sie nicht gegen eine Decke stossen, noch Angst haben zu atmen, damit die Mauern nicht besten und einstürzen.

Ihr sollt nicht in Gräbern wohnen, die von den Toten für die Lebenden gemacht sind. Und obwohl von Pracht und Glanz, sollte euer Haus weder euer Geheimnis hüten, noch eure Sehnsucht beherbergen.

Denn was grenzenlos in euch ist, wohnt im Palast des Himmels, dessen Tor der Morgennebel ist und dessen Fenster die Lieder und die Stille der Nacht sind.
KHALI GIBRAN



Ja!

Montag, 13. Juli 2009

frei

Ein langer Sonntag gestern - nur für mich. Batti hat sich mit Mini Blondie nach Mecklenburg aufgemacht, um mit dem Opa Geburtstag zu feiern und um zu prüfen, ob die Schwarzkirschen reif sind. Sie sind! Schon kurz vorm Platzen. Und ich hatte meinen ersten ganzen Mamafrei-Tag. Mal ganz für mich sein, das habe ich jetzt gebraucht. Auch wenn ich die beiden fast nicht fahren lassen wollte. Loslassen ist so schwer.
Aber die Freiheit hat gut geschmeckt und war gut zum Gedanken sortieren und Wohnung mal wieder in eine Grundordnung zu bringen. Die Stoffe haben gar nicht zu mir gesprochen, ich habe nur ein bisschen darin herum gewühlt, nicht viel genäht. Aber das ist nicht schlimm, ich konnte mich dem "Leistungsdruck": Heute muss ich ganz viel schaffen gerade noch entziehen. Bei Muckla wurde ich köstlich bekocht und dann haben wir in aller Ruhe geprobt und geschabernackt. Boy, there is quite some wedding going on!

Dienstag, 30. Juni 2009

Anderthalb



Heute bist du anderthalb Jahre alt. Ich wusste es! Vom ersten Augenblick! Marienkäfer haben es mit ihren Füßen, unsichtbar, an die Fensterscheiben geschrieben: Die Zeit fliegt. Gerade noch war mein Baby so winzig und hilflos. Ein wenig zerknautscht und das Herz stark von Anfang an. Und mit deinem nicht abzuwendenden Blick hast du uns alle studiert. Hast uns durch-schaut.



Dabei konntest du mit einem halben Jahr schon soviel. Verschmitzt lächeln, auf dem Rücken liegen und spielen und allmählich auf die Seite herumrollen. Die Stirn kraus ziehen und dich durch unser Bett wühlen. Und viele viele Sachen, die ich allzu schnell wieder vergessen habe.
Das Baby in dir sehe ich nur noch, wenn du tief schläfst, nach deinem Schnuffelhasen greifst oder dein Frühmorgenfläschchen an deine Nase drückst. Du bist schon ein richtiges Mädchen geworden. Du rennst in Kleidern und übst hüpfen. Du zeigst mir stolz, dass du rückwärts oder auf dem Sofa laufen kannst. Du weißt genau, was du willst, sagst beinahe Kaffee (Kaa-ki) und teilst dein Essen zu gern mit Mami, Batti oder deinen Spielzeugtieren. Du liebst Musik und suchst dir genau aus, zu welcher du tanzt. Ein bisschen singst du auch schon.
Ich kann es kaum erwarten, den Rest meines Lebens mehr über dich zu erfahren.


(Mini Blondie ein paar Wochen alt)

Ein großer Junge wird heute neun Jahre alt. Ich war dabei, als er ein Jahr alt geworden ist und wünschte, du könntest ihn kennenlernen. Aber er wohnt sehr weit weg. Happy Birthday Alvaro.

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